The Avengers

 

Die Neudefinition des Actionkinos!

 

Wir haben lange auf diesen Film warten müssen und nun endlich hat er es in die Kinosäle geschafft. „Marvel’s The Avengers“ gehört zu den meist erwarteten, meist diskutierten und im Vorfeld hoch gelobtesten Filmen der Hollywood Geschichte. Schließlich treffen sich in diesem 142min Epos nicht nur ein Superheld und ein Bösewicht zum gemeinsam Austausch von Nettigkeiten, wie es in den vielen Superhelden Verfilmungen bisher der Fall gewesen ist. Stattdessen erwarten uns gleich sieben weltweit bekannte Helden inklusive Anhang, um die Welt vor der sicheren Vernichtung zu bewahren. Dass hierbei ganze Städte zu Schutt verarbeitet werden und die Special Effects jeden bisher bekannten Rahmen sprengen, verspricht sich da natürlich von selbst. Doch „The Avengers“ hat noch mehr zu bieten als phänomenale Optik, was aufgrund der unfassbaren Aufgabe, sämtliche wichtige Aspekte des Films hervorheben zu wollen, an ein wahres Wunder grenzt.

 

Doch erst einmal der Reihe nach, schließlich ist eine Geschichte mit so vielen Superhelden und Überlänge nicht mal eben so erzählt. Kenner der Vorfilme werden sich sofort heimisch fühlen, doch auch an die Neulinge in diesem Universum haben die Drehbuchautoren gedacht.

Als Captain Steven Rogers, aka Captain America, während des zweiten Weltkrieges mit dem Flugzeug ins ewige Eis stürzte, überlebte nicht nur er den Flug. An Bord befand sich ebenfalls der „Tesserakt“, eine Energiequelle ungeheuren Ausmaßes, der nun von der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D.  benutzt wird, um neue Technologien zu produzieren. Doch Mächte außerhalb der Erde sind ebenfalls an dieser Kraft interessiert und schicken den tot geglaubten Bruder von Donnergott Thor, den Zauberer Loki (Tom Hiddleston), auf die Erde, um den Tesserakt zu sichern, mit dessen Hilfe sie eine Armee zur Eroberung der Erde schicken können. Von der schieren Macht des Gottes aus Asgard überwältigt, greift Nick Fury (Samuel L. Jackson), Direktor von S.H.I.E.L.D., zu einem gefährlichen Schachzug. Er versammelt die Superhelden der Erde unter seinem Banner und belebt die „Avengers“ Initiative wieder zum Leben, die einst zum Schutz der Erde gegründet worden war. Diese sechs Helden bestehen aus dem egozentrischen Iron Man (Robert Downey Jr.), dem pflichtbewussten Menschenfreund Captain America (Chris Evans), dem Meisterschützen Hawkeye (Jeremy Renner), der zwielichtigen Black Widow (Scarlett Johansson), dem aufbrausenden Thor (Chris Hemsworth) und dem unberechenbaren Hulk (Mark Ruffalo). Ebenso fallen in kleineren Nebenrollen einige alte Bekannte in den Reihen von S.H.I.E.L.D. auf, wie z.B. der stets präsente Agent Coulson (Clark Gregg), Dr. Eric Selvig (Stellan Skarsgard, „Thor“), Tony Starks/Iron Mans bessere Hälfte Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) und die Stimme von Iron Mans KI Jarvis wurde wieder von  Paul Bettany übernommen. Einziger echter Neuzugang ist Furys skeptische Assistentin und rechte Hand Maria Hill (Cobie Smulders,  „How I met your mother“), die S.H.I.E.L.D. mehr Tiefe und Stil verleiht.

Eine Versammlung solch einzigartiger Persönlichkeiten ist kein Zuckerschlecken, wie Nick Fury bald feststellen muss, da die Helden sich gegenseitig an den Kragen gehen und gleichzeitig Loki seine intriganten Finger im Spiel hat. Als es jedoch schließlich hart auf hart kommt, sind sie aufeinander angewiesen, um die Welt vor einem gigantischen Inferno zu bewahren. Doch auch Loki hat noch einige Asse im Ärmel und seine Armee sprengt selbst den Vorstellungsrahmen unserer Helden. Im Zentrum New Yorks kommt es schließlich zum großen Showdown der Superlative.

 

Dass „The Avengers“ ein beispielloser Actionfilm werden würde, hatten die meisten Kritiker bereits erwartet. Die große Frage bestand darin, ob der Film es schaffen würde, sich über die in diesem Genre fast schon zelebrierten oberflächlichen Dummheiten und Logiklücken, hinwegsetzen zu können.

Regisseur Joss Whedon hatte sich dies zum Ziel gesetzt und noch mehr angestrebt, so musste er doch gleichzeitig auch noch die Geschichten und Probleme aller Superhelden und einem Bösewicht unter dieses Gewand bringen. Und man mag es kaum glauben, dieses Wunder ist ihm tatsächlich gelungen.

Der Trick, den er dabei benutzt, ist so simpel, wie offensichtlich: er nimmt die große Angst, die diesen Film begleitet hat, und verwandelt sie in eine der offensichtlichsten Stärken. Anstatt die Figuren allesamt nur platt erscheinen und ihre Aufgabe erledigen zu lassen, bekommen sie jeweils einen eigenen kurzen Hintergrund, inklusive eines Abrisses welche Probleme sie mit in diese außergewöhnliche Gruppe bringen. Jeder der Helden hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen, die er oder sie überwinden muss, um letztlich die Welt retten zu können. Natürlich kann hier nicht so in die Tiefe gegangen werden, wie man es letztlich gerne gehabt hätte. Dennoch geht es weit genug, um die nervige Oberflächlichkeit zu durchdringen, die so vielen Filmen nachhängt. Die Handlung um die Charaktere wirkt äußerst stimmig, rund und überrascht mit ihrer in sich geschlossenen Durchdachtheit.

 

Am besten gelingt dies meiner Meinung nach beim Charakter des Hulk, den seine menschliche Form Bruce Banner so gut es geht unter Kontrolle hält, da sonst unkontrollierbare Zerstörung die Folge wäre. Diese Angst vor der Verwandlung begleitet den Zuschauer über einen großen Teil des Films, genau wie die Mitglieder der Avengers sich davor fürchten, da das Geheimnis der Entfesselung des Hulk nur Bruce Banner selbst kennt.

An diesem kleinen Beispiel kann man gut erkennen, wie Joss Whedon die Persönlichkeiten der Helden von einem möglichen Nachteil durch zu viel Masse, in einen Vorteil umgewandelt hat. Starke Figuren können eine Geschichte wie diese ohne Probleme tragen, wenn sie richtig in Szene gesetzt werden. Und genau das gelingt in „The Avengers“ absolut großartig, zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass man mit der Flut an Helden und Action alleine gelassen wird. Stattdessen sitzt man als Zuschauer mitten im Geschehen und fühlt  sich eher wie der achte Superheld im Bunde. Der Film besitzt dadurch viel Herz und Seele, so dass man sich gleich noch mehr auf die Actionszenen freut. Gleichzeitig ist er auch noch unheimlich sympathisch, da einem die Helden sehr ans Herz wachsen, was  durch die vielen äußerst witzigen Szenen zusätzlich gefördert wird.

 

Bei aller Freude über die gelungenen Charakterdarstellungen, die auch schauspielerisch erwartungsgemäß gut umgesetzt werden, so bilden natürlich die Spezialeffekte einen wichtigen Kernpunkt des Films. Viele Kinogänger waren der Meinung, dass die Stadt Chicago in „Transformers 3“ unheimlich verwüstet worden war. Doch im Vergleich zu dem, was New York City in „The Avengers“ mitmachen muss, wirkt die Zerstörungswut in Hasbros Roboterreihe wie ein Kindergeburtstag. Der Film setzt optisch unbestreitbar neue Maßstäbe im Bereich des Actionskinos, was durch den 3D Effekt noch einmal gesteigert wird. Die treibende Musik von Alan Silvestri führt den Kinogänger durch die Actionorgie, die das letzte Viertel des Films und somit das spektakuläre Finale darstellt.

 

Im Grunde genommen lässt sich nur ein einziges echtes Problem erkennen, das „The Avengers“ ohne Zweifel mit sich führt und was sich sicherlich nicht vermeiden ließ. Die Flut von bekannten Helden führt zu Wissenslücken bei Zuschauern, die weder die Vorfilme gesehen, noch jemals irgendeinen Marvel Comic gelesen haben. Joss Whedon hat sich beim Verfassen des Drehbuchs alle Mühe gegeben, dieses Problem auszugleichen und man muss ihm zugestehen, dass ihm das bestmöglich gelungen ist. Dass immer noch ein Rest Detailwissen aus dem Marvel Universum übrig ist, das nur einem bestimmten Publikum zugänglich bleibt, ist bei diesem Ensemble unvermeidlich. Kinogänger, die die Vorgänger nicht kennen und somit in ein vollkommen unbekanntes Universum eintauchen, werden trotzdem nur wenige Schwierigkeiten haben, dem gut erklärten Inhalt folgen zu können. Für Diejenigen jedoch, die sich hier wie zu Hause fühlen und bereits alle anderen Superhelden Filme gesehen haben, ist „The Avengers“ ein Fest sondergleichen. Wo sonst findet ein Fan alle seine Lieblingshelden, dargestellt von den derzeit bekanntesten Schauspielern Hollywoods, in einem einzigen Film versammelt, bereit ihre Leben für die Rettung der Erde zu geben? Mehr geht einfach nicht mehr!

 

Fazit:

Es gibt noch so viel über diesen Film zu sagen, aber ich möchte weder zu viel spoilern, noch den Leser mit Textwällen langweilen. Zu diesem Meisterwerk lässt sich eigentlich nur Eines noch festhalten: Man muss diesen Film gesehen haben! Egal, ob man eigentlich nur ein Indie Film Liebhaber ist oder eher auf Stumpfsinn steht, hier ist jeder Rezipient goldrichtig. Dass dieser Film so funktioniert wie er das tut und gleichzeitig noch die Erwartungen übertrifft, ist absolut phänomenal und muss vom Kinopublikum belohnt werden. Reingehen, anschauen, überzeugen lassen!

 

Persönliche Meinung:

In der Filmvorstellung, die ich besuchte, gab es sowohl Szenenapplaus, als auch Begeisterungswellen nachdem der Film geendet hatte. Ich jedoch saß meistens nur da und war von dem geplättet, was „The Avengers“ mir zu bieten hatte. Selbst mich als regelmäßigen Kinogänger, der geglaubt hatte, dass ihn nichts mehr nachhaltig beeindrucken könnte, haben die Actionszenen beinahe vom Stuhl fallen lassen. Und dann kommt da noch dieses unglaubliche Ensemble hinzu, das sich harmonisch und rund in eine durchdachte Handlung einfügte. Für mich als Fan von Superhelden ist mit diesem Film ein Traum in Erfüllung gegangen und ich danke allen Machern für die Ehre, dieses Meisterwerk in 3D im Kino anschauen zu dürfen. Gleich nächste Woche muss ich ein zweites Mal losziehen, es geht einfach nicht anders.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

 

Fakten:

Regie:  Joss Whedon
Darsteller:  Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Jeremy Renner, Mark Ruffalo, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Cobie Smulders, Stellan Skarsgard, Gwyneth Paltrow, Paul Bettany
Filmmusik:  Alan Silvestri
Drehbuch/Story:  Joss Whedon, Zak Penn, Stan Lee, Jack Kirby
Budget:  ca. $220Mio.
Deutscher Kinostart:  26. April 2012

 

 

Quellen:  Internet Movie Database , Box Office Mojo , Deviant Art

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The Avengers, 8.0 out of 10 based on 2 ratings


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Eine Antwort to “The Avengers”

  1. Jessi sagt:

    Also ich muss sagen, ich fand den Film jetzt nicht sooo herausragend wie alle sagen. Eventuell waren aber auch, durch die durchgehend guten Kritiken, meine Erwartungen viel zu hoch. Black Widow ist leider nur eine sehr oberflächliche Person geworden, aus der man nicht wirklich schlau wird. Gerade von ihr hatte ich mir mehr erhofft. Und teilweise war der Film sogar ein wenig stumpfsinnig, bzw. sowas von absolut vorhersehbar. Und warum… ACHTUNG SPOILER… kann sich der Hulk urplötzlich doch beherrschen…?! Okay, er war nicht schlecht, die Animationen waren absolut hervorragend und die Action war auch super aber im Nachhinein hätte es mir doch auch gereicht ihn nur auf Bluray zu sehen. Die Feinde haben mich auch ziemlich enttäuscht, ausser diese riesigen Monsterschiffe. Ich gebe dem Film nur 7 Sterne. Aber okay… eigentlich wollte ich ihn eh nur wegen Iron Man sehen und der hat mich wirklich absolut gar nicht enttäuscht. 🙂

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