Kurzrezensionen: „Das Bourne Vermächtnis“ und „Resident Evil 5“

 

Im Folgenden findet ihr zwei kurze Rezensionen zu Filmen, die in den letzten Wochen gelaufen sind und eine kurze Betrachtung wert sind. Beide werden kurz auf ihre Stärken und Schwächen geprüft werden, bevor ein Urteil abgegeben wird. Ich hoffe ihr mögt diesen etwas kürzer gefassten Stil bei Filmen, die man nicht unbedingt in kleinsten Details ausarbeiten muss.

 

Das Bourne Vermächtnis

 

Matt Damon beschloss nach dem dritten Bourne Teil das Agentenleben an den Nagel zu hängen. Doch das Franchise war sehr stark beliebt, so dass eine Fortsetzung zur Pflichtaufgabe für die Produzenten wurde. Gebraucht wurde ein neuer, unverbrauchter Auftragskiller, den man mit Jeremy Renner schnell verpflichten konnte. Rachel Weisz und Edward Norton kamen hinzu und bereichern die Serie um weitere frische Gesichter. Die Story spielt teilweise parallel zum dritten Teil und nimmt immer wieder Kontakt mit den Geschehnissen und Informationen rund um Jason Bourne und das Attentäter Konzept auf. Trotzdem ist dieser vierte Teil ein extrem gewagter Sprung, da sich die Zuschauer mit dem Hauptcharakter identifizieren konnten und durch dessen Fehlen ein schwer zu füllendes Loch entsteht. Entsprechend lässt der finanzielle Erfolg ein wenig zu wünschen übrig und auch die Art des Films unterscheidet sich deutlich.

 

Aaron Cross (Jeremy Renner) ist der beste Attentäter des CIA Projekts „Tredstone“ und wird immer wieder in harten Tests und Untersuchungen geprüft. Als das Projekt zu einem politischen Risiko wird, beschließen die Verantwortlichen die Vernichtung aller Beweise, was auch die Attentäter miteinschließt. Aaron gelingt die Flucht, doch muss er nun auf sich alleine gestellt und ohne die nötigen Tabletten um sein Überleben kämpfen. Unterstützung erhält er von der Biologin Marta (Rachel Weisz), die versucht seine körperlichen Probleme im Entzug aufzufangen. Mit den Bluthunden von Col. Eric Byer (Edward Norton) auf den Fersen versuchen die Flüchtigen unterzutauchen.

 

Stärken:

Wie in jedem Bourne Teil handelt es sich auch beim „Vermächtnis“ um einen waschechten Agententhriller. Der Hauptcharakter ist eiskalt und schlagfertig, wenn auch deutlich impulsiver als der sehr überlegte Jason Bourne. Allgemein sind es die Darsteller, die den Film tragen und ihm außerhalb der starken Actionszenen Substanz verleihen. Man merkt deutlich, dass dieses Sequel ein sicherer Film werden sollte, da kaum Neuerungen hinzukamen, sondern auf Altbewährtes gesetzt wird. Das ist bei Gott nicht schlecht, schließlich macht es die Bourne Reihe zu dem, was sie ist. Der größte Vorteil des Streifens ist demnach, dass er mehr vom Guten bietet und keinen Meter mehr.

 

Schwächen:

Dieser Bereich ist leider einfacher abzudecken, da ihr sicherlich bei der spärlichen Inhaltsangabe bereits gemerkt habt, dass irgendwas fehlt. In erster Linie fehlt allerdings eines: Sinn und Absicht. Ich habe den Film auf Deutsch im Kino gesehen und nicht verstanden worum es überhaupt geht. Tabletten? Virus? Neues Projekt? FBI? Was denn nun? Irgendwann machte ich das Hirn zu und habe mich nur auf die wesentlichen Dinge konzentriert: Actionszenen und Darstellerinteraktion. Warum und weshalb sie irgendwo hingegangen sind, spielte keinerlei Rolle. Das liegt vor allem am fehlenden Zielstreben des Hauptcharakters. Jason Bourne hatte klare Ziele, wie das Finden seiner Identität oder Rache. Aaron Cross will in erster Linie eines, nämlich überleben, und sich in zweiter Linie von Tredstone und den Tabletten lösen. Das reicht in diesem Film einfach nicht, um einen sinnvollen Zug reinzubringen. Ohne eine weitere Fortsetzung ist Das Bourne Vermächtnis als Film absolut unnötig, weil es weder klärt noch irgendetwas erreicht. Die Einleitung ist also gefilmt worden, jetzt heißt es auf die wirklichen Filme warten, die hoffentlich kommen werden.

 

Fazit:

„Das Bourne Vermächtnis“ ist ein durchschnittlicher Agententhriller, der nicht viel Neues bietet, aber alte Konzepte auf ordentliche Weise umsetzt. Er ist mitunter spannend, wenn man zumindest den roten Faden zwischendurch wiedergefunden hat, und besitzt großartige Actionszenen. Die Autoverfolgung gehört zu den besten ihrer Art! Dennoch besitzt der Filme unübersehbare Schwächen in Struktur und Logik, die inhaltlos präsentiert werden. Hier hätte eine deutlichere Anlehnung am Zielstreben der ersten drei Teile sehr gut getan, schließlich hatte man mit Jeremy Renner einen Schauspieler, der das locker hätte tragen können. Bleibt zu hoffen, dass die geplanten Sequels durchgezogen werden, eventuell mit beiden Agenten dann in Kooperation.

 

Persönliche Meinung:

Ich bin ein wenig enttäuscht von diesem Sequel, hatte ich mir doch sehr viel mehr erhofft. Die Aufgabe diesen Film mit den Vorgängern zu verknüpfen war sicherlich nicht einfach und wurde sogar recht geschickt gelöst. Doch geht dem Film einfach die Luft aus und irgendwann interessiert es einfach nicht mehr warum und wieso die Handlung so ist, man kämpft sich nur noch durch die Actionszenen, bis man das überraschende Ende vorfindet. Überraschend deshalb, weil den ganzen Film über kein Ziel erreicht wurde und er dann plötzlich vorbei ist und den Zuschauer mit einem faden Beigeschmack zurücklässt. Das ist ziemlich unnötig und zu vermeiden gewesen, wenn man Aaron Cross mehr Substanz zugetraut hätte und das Risiko eingegangen wäre neue Elemente hineinzubringen, die über „Hilfe ich habe keine Tabletten mehr“ hinausgehen.

Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

 

Resident Evil 5 – Retribution

 

Zombies, Dämonen, T-Virus, Wesker, Alice. Das sind Worte, die den Resident Evil Fans wie Musik in den Ohren klingen. Es ist mal wieder Zeit für einen weiteren Teil der Computerspieladaption mit Milla Jovovich als Kriegerin Alice, die es mit der Umbrella Corporation aufnimmt. Wie immer spaltet sich an dieser Stelle die Resident Evil Gemeinde in diejenigen, die die Filme absolut großartig finden und die eingefleischten Fans der Spiele und Bücher, die sich tatsächlich mit der Hintergrundgeschichte befassen und die Filme im Stakkato Tempo kritisieren. Dazwischen steht dann der Standard Kinobesucher, der einfach nur einen guten Actionfilm sehen möchte und schon mit wenig Inhalt zufrieden ist. Ich sage es gleich vorab: Gehört ihr nicht zu einer dieser drei Gruppierungen seid ihr hiermit entlassen und spart euer Geld.

 

Alice (Milla Jovovich) fällt in die Hände der Umbrella Corporation und wird von ihrer ehemaligen Freundin Jill Valentine (Sienna Guillory), die mithilfe eines Symbionten umgedreht wurde, gefoltert und verhört. Albert Wesker (Shawn Roberts), der ehemalige Anführer von Umbrella, hat andere Pläne und will sie mit Hilfe der Assassinin Ada Wong (Bingbing Li) und einer Truppe Soldaten aus ihrem Gefängnis befreien lassen. Schnell muss Alice feststellen, dass sie in einem gigantischen Komplex gefangen gehalten wird, der sich unter dem ewigen Eis befindet. Das Umbrella Testgelände, geleitet von der KI „Red Queen“, simuliert diverse Städte und Vororte und wartet mit besonderen Überraschungen in allen Arealen auf die Eindringlinge. Als Alice schließlich in der riesigen Klonfabrik ankommt und sich ihren ehemaligen Verbündeten (u.a. Michelle Rodriguez) stellen muss, kommt es zum Showdown.

 

Stärken:

Wer die bisherigen Filme gemocht hat oder ein Fan des Universums ist, der wird auch mit „Retribution“ hervorragend bedient sein. Die Actionszenen sind supercool und gerade in 3D wirken sie nur sehr selten billig. Der Film besitzt in seiner Einfachheit einen tatsächlichen Zug im Ganzen, der die fehlende Logik perfekt kaschiert. Dadurch wird er unterhaltsam und lässt sich auf simple Weise schauen. Es wird schnell deutlich, dass der Streifen wie ein Videospiel aufgebaut ist, mit Missionbriefing, Intro, Leveln usw. Selbst Kameraführung und Technik sind so aufgebaut, dass dieser Effekt immer wieder rüberkommt und man manchmal gar das Gefühl hat genrespezifische Cutscenes zu betrachten, die den Überblick gewähren sollen. Schafft man es den Inhalt auf diese Weise zu betrachten, kann man sehr viel Spaß beim Schauen bekommen, selbst wenn inhaltlich nicht viel los ist. Oh und die Charaktere sind wie immer ultracool dargestellt, aber das war zu erwarten.

 

Schwächen:

Wer braucht Logik, wenn es auch so geht? Ein wenig mehr hätte allerdings sicherlich nicht geschadet, schließlich verliert der Zuschauer spätestens beim dritten Szenenwechsel die Übersicht und weiß irgendwann nicht mehr, was nun programmierter Klon oder echter Mensch ist oder worum es überhaupt geht. Ist auch eigentlich nicht so wichtig, jedoch hätte ein wenig mehr Übersicht dem Spannungsfaktor sehr gut getan. Es ist übrigens immer wieder erstaunlich wie viele Hundertschaften an Kugeln man verschießen kann, ohne Magazine mitzuführen oder gar nachzuladen. Oder sammelt man Munition wie in Videospielen neuerdings auch beim drüberlaufen ein? Dazu dann die vielen Dutzend Soldaten, die in Copy&Paste Manier umgepustet werden, was schon extrem trashy wirkt an manchen Stellen. Vielleicht ist das aber auch der Sinn dahinter, denn Resident Evil war nie eine Hochglanzserie, sondern braucht ein Mitschwingen von Trash, damit die Fans glücklich sind. Ein wenig Vorwissen aus den Vorgängern ist allerdings vonnöten, sonst versteht man endgültig gar nichts mehr.

 

Fazit:

Hat man sich einmal damit abgefunden auf Logik und Hilfestellungen zu verzichten, kann man verdammt viel Spaß mit diesem Film haben. Seine Anleihen an den Videospielen sind großartig und die Action ist klasse, auch wenn sie manchmal etwas von Fließbandarbeit hat. Das muss sie auch, denn außer ihr ist es höchstens noch der Coolnessfaktor der Darsteller, der überzeugen kann. Aber ich wiederhole mich gerne: Diesen Film darf niemand sehen, der inhaltlich und strukturell viel erwartet. Rein objektiv gesehen ist der Film absoluter Schrott und nur der subjektive Spaßfaktor an einzelnen Faktoren zieht ihn auf ein akzeptables Level.

 

Persönliche Meinung:

Ich war mit der Prämisse im Kino, diesen Film so unvoreingenommen wie möglich zu betrachten. Viele hatten mich vorgewarnt, dass er der größte Mist sei, den man im Kino jemals gucken konnte, so dass dies nicht so einfach war. Objektiv gesehen ist der Film tatsächlich sehr hart anzusehen, weil er inhaltlich weniger bietet als eine Traubenernte im sibirischen Winter. ABER, und das ist entscheidend, das war mir egal, da ich unheimlich viel Spaß beim Schauen hatte! Er muss genau so sein, wie er ist, da das die Erwartungshaltung der Fans ist und Resident Evil einfach so ein muss. Mich haben die Darsteller beinahe ausnahmslos angesprochen, selbst wenn sie kaum mehr zu tun hatten, als zu ballern (Sienna Guillory Fan…sry). Das Gefühl, ein rundes Paket vor mir zu haben, gefiel mir sehr gut, selbst wenn es nur eine  kleine Schachtel sein mag. Trotzdem werde ich zumindest ein wenig Objektivität in die Wertung mit hineinbringen. Denkt euch einfach eine persönliche Note dazu und zieht bei Anspruchsverhalten eine bis zwei ab, dann habt ihr ein gutes Maß zur Einordnung gefunden. Anbei findet ihr zwar den Trailer zum Film, aber es sei gesagt, dass der Inhalt komplett ANDERS ist, als der Trailer andeutet. Ich habe keine Ahnung was man sich dabei gedacht hat.

Rating: ★★★★★½☆☆☆☆ 

 

Das Bourne Vermächtnis Trailer:

 

Resident Evil 5: Retribution Trailer

 

Quellen:  Internet Movie Database, Box Office Mojo, downwithfilm.com

 

 

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