Iron Man 3

 

Der Mann aus Eisen ist zurück!

 

iron-man-3-official-hd_Im Artikel

 

Superhelden-Filme sind das derzeit erfolgreichste Programm, das die Filmstudios in Hollywood fahren können. Seien es die Avengers, The Amazing Spiderman oder alle möglichen weiteren Unterformen von Marvel und DC Comics. Iron Man war einer der ersten, der die große Leinwand erreichte und genießt absoluten Kultstatus. Die ersten beiden Teile waren absolute Kassenschlager, wobei der zweite leider in der Qualität etwas abrutschte. Das wollen die Macher nun im dritten Teil wieder gerade stellen und rücken mit einer Armada bekannter Namen, einem immensen Budget und dem obligatorischen Coolness-Faktor von Tony Stark an. Die Werbekampagne für Iron Man 3 lief reibungslos und machte enorme Lust auf diesen Actionkracher. Entsprechend lief der Kinostart weltweit unfassbar gut. Es brachen sogar einige Rekorde ein, bevor der Film überhaupt in den großen Ländern wie USA oder Deutschland zu sehen war. Nun startet der Film auch bei uns in den Kinos und setzt große Hoffnungen auf eine starke Rückkehr des Manns in Eisen.

 

 

Tony Stark

Tony Stark (Robert Downey Jr.) kann nicht schlafen. Er wird geplagt von Verlustängsten und dem Trauma, das ihn während des Einsatzes der Avengers in New York ereilte. Verzweifelt versucht er seine Panikattacken in den Griff zu kriegen und tüftelt und baut die ganze Nacht in seinem Labor an neuen Anzügen. Eines will er nämlich auf keinen Fall: Seine große Liebe Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) verlieren, ohne die er nicht leben kann. Doch ausgerechnet jetzt macht sich ein gemeingefährlicher Terrorist durch feige Anschläge einen Namen. Der Mandarin (Ben Kingsley) manipuliert Menschen, die sich mit Hilfe einer biologischen Waffe zu feurigen, überstarken Mutanten verändern und gelegentlich als lebende Bomben missbraucht werden. Als Tonys Freund Happy Hogan (Jon Favreau) bei einem Anschlag schwer verletzt wird, fordert Iron Man den Mandarin heraus und wird selbst zum Ziel. Tony weiß jedoch nicht, dass auch der wahnsinnige Wissenschaftler Aldrich Killian (Guy Pearce) tief involviert ist und ein ganz besonderes Auge auf seine Freundin geworfen hat. Bald schon scheint Iron Man das Rennen zu verlieren und nur noch ein Wunder und die Mithilfe seines Freundes James Rhodes (Don Cheadle) und der Super-KI Jarvas (Paul Bettany) können den Mandarin am Vollbringen seiner Pläne hindern.

 

 

Ben KingsleyDie Erwartungen an Iron Man 3 sind bereits seit Monaten extrem hoch geschraubt, was den Druck auf die Macher sicher nicht erleichtert hat. Sie mussten alle coolen Elemente hineinbringen, die die Serie so berühmt gemacht haben, sie mit einem neuen Bösewicht mischen, der auch was hermacht und versuchen, eine gewisse Logik in Tony Starks Gemütsleben zu bringen. Der labile Playboy macht es sich bei Leibe nicht einfach und seine psychischen Probleme füllen einen großen Anteil des Films. Es ist erstaunlich, wie wenig Actionszenen dabei letztlich übrig bleiben. Einen Großteil seiner Zeit verbringt der Film damit entweder die Bedrohung durch den Mandarin und die Mutation aufzubauschen oder Tonys Psychosen zu problematisieren. Das funktioniert die meiste Zeit ziemlich gut, einige Längen trüben den Spaß allerdings etwas. Die Macher haben es mit Tonys Achterbahnfahrt ein wenig übertrieben, ein großes Tief mit einem ordentlichen Aufschwung wäre vermutlich klüger gewesen, anstatt ein stetes Auf und Ab zu koordinieren.

 

 

Pepper und Iron ManDie Geschichte selbst wirkt dafür solider und besser inszeniert, als es noch in Teil zwei der Fall gewesen ist. Der Mandarin ist ein furchteinflößender Bösewicht in der ersten Hälfte, der uns westlichen Bewohnern klar vorführt, wie verwundbar wir sein können. Die teils unerwarteten Wendungen der Handlung sind ebenfalls gelungen, auch wenn es manchmal knapp an der Grenze geblieben ist. Man merkt dem Film deutlich an, dass er sich bemüht, eine konsistente und logische Geschichte erzählen zu wollen. Manche Lücken mögen zwar dabei sein, aber im Großen und Ganzen ist dieses Ziel Regisseur Shane Black durchaus gelungen. Die immens guten Spezialeffekte vereinnahmen den Zuschauer natürlich, sie sind das eigentliche Herz des Films. Man kann ohne Umschweife behaupten, dass Iron Man 3 seine beiden Vorgänger darin problemlos in die Tasche steckt. Alleine die Szene des Hubschrauberangriffs ist absolut gigantisch dargestellt und entschädigt locker für jede kleine Schwäche in der Handlungsführung. Die biologische Mutation der Bösewichte ist ebenfalls optisch klasse und gibt dem Iron Man eine hervorragende Herausforderung.

 

 

Guy PearceWie bei den beiden Vorgängern und den Avengers bereits mehr als einmal gesagt wurde: Robert Downey Jr. IST Iron Man. Daran ändert sich Gott sei Dank auch in diesem Teil nichts. Sein machohaftes Playboy-Image ist immer noch intakt, wenn auch durch die Beziehung mit Pepper ein wenig zurückgetreten. Die coolen Sprüche sind auf den Punkt genau gesetzt, seine seltsamen Anwandlungen skurril komisch und seine Actionszenen wie immer stark. Dieses Mal muss er sogar mehr als einmal improvisieren und kann sich nicht immer auf seinen Anzug verlassen, was die menschliche Komponente noch einmal hervorstechen lässt. Ben Kingsley gefällt enorm gut als Mandarin, auch wenn man sich während des Films fragen muss, ob die Wendung um diese Person gutzuheißen ist. Als weiterer Bösewicht macht sich Guy Pearce hervorragend, er trifft den genau richtigen Ton zwischen Wahnsinn und Brutalität. Alles in allem wirkt die Cast sehr rund und geschlossen, was sehr angenehm zu empfinden ist. So manch einer kommt ein wenig zu kurz, wie beispielsweise Don Cheadle als Rhodes oder Rebecca Hall als Maya, aber das nimmt man in Kauf. Schließlich überstrahlt ein angeschlagener Iron Man ohnehin alles, was die Spezialeffekte übrig lassen.

 

 

Fazit:

Iron Man 3 macht Vieles richtig, woran es beim zweiten Teil essentiell gemangelt hat. Er löst sich von Kinderkrankheiten und präsentiert uns einen erwachsenen Film, der trotzdem nicht mit spaßigen Elementen geizt. Tony Stark wird dem Zuschauer als Mensch präsentiert, der mit seinen inneren Dämonen kämpft und man leidet mit ihm bei jedem weiteren Schlag, den er abkriegt. Der Film ist deutlich actionarmer als man glauben mag, aber das ist auch völlig in Ordnung so. Denn wenn es doch einmal anfängt zu krachen, dann geht es richtig zur Sache. Die Spezialeffekte sehen erschreckend aufwendig aus und stehlen beinahe gar Iron Man selbst die Show. Alles in allem bietet uns Marvel mit diesem Film ein aufwendiges, rundes Paket, für das es sich lohnt ins Kino zu gehen. Sicherlich wünscht man sich an der einen oder anderen Ecke etwas mehr Logik oder einen etwas strafferen Handlungsaufbau bei Tonys Regenerierung, aber der Film macht Spaß und das ist die Hauptsache. Eine Frage jedoch aus reiner Neugierde: Wieso fliegt Iron Man fast den ganzen Film über mit einem kaputten Anzug durch die Gegend, wenn er im Keller ein paar mehr funktionierende als Ersatz hätte?

 

Persönliche Meinung:

Ich bin nicht komplett zufrieden. Ja der Film macht Spaß, er lädt zum Staunen und zum Schmunzeln ein und er ist deutlich besser als der krude zweite Teil. Aber es fehlt irgendetwas, das den letztlichen Ausschlag geben würde, eine bessere Note zu verteilen. Nach einer Weile ging mir persönlich Tonys Geheule ein wenig auf den Wecker, das ist eindeutig ein bisschen zu viel des Guten gewesen. Erwachsen hin oder her, aber irgendwann ist es auch mal gut mit Drama. Schließlich ist das ein Popcorn-Kinofilm und da muss es richtig krachen. Das tut es dann irgendwann auch, selbst wenn der Weg dorthin ein wenig zäher wurde, als erwartet. Das verzeihe ich dem Film aber gerne, sei es aufgrund der sympathischen Cast oder den genialen Spezialeffekten. So manche Wendung kam etwas überraschend daher, ich denke da vor allem an zwei der Nebenrollen, die eine schnelle Wandlung und einen ebenso fixen Abgang vornehmen, die man hätte geschickter gestalten müssen. Aber das sind nur kleine Punkte, die das Gesamtbild nur wenig beeinflussen. Ergo: Ein klarer Pflichtbesuch für alle Fans von Action- oder/und Superhelden-Filmen, alle anderen werden aber sicherlich auch ihren Spaß finden.

Meine Filmbewertung:
 ★★★★★★★☆☆☆ 

 

Fakten:

Regie:  Shane Black

Darsteller:  Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Ben Kingsley, Don Cheadle, Guy Pearce, Rebecca Hall, William Sadler, Miguel Ferrer, Paul Bettany, Jon Favreau

Budget:  $200Mio. 

Deutscher Kinostart:  1. Mai 2013

 

 

Quellen:  Internet Movie Database, Box Office Mojo, comicsbeat.com

 

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Iron Man 3, 7.0 out of 10 based on 1 rating


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