Star Trek into Darkness

 

Der Weltraum, unendliche Weiten!

 

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Die Fans der Weltraumsaga Star Trek gelten als enorm anspruchsvoll und detailversessen. Umso überraschender waren durchgehend positiven Kritiken aus allen Lagern, als J.J. Abrams 2009 ein Reboot vornahm. Die Darsteller wirkten hervorragend besetzt, Charme und Flair des Universums waren perfekt eingefangen und die visuellen Effekte grandios. Nach so einer erfolgreichen Wiederaufnahme der Verfilmungen von Gene Roddenberrys Vision war es schnell beschlossene Sache,  ein weiteres Sequel in Auftrag zu geben. Die Cast und Crew des ersten Teils versammelte sich erneut und bekam Unterstützung von dem einen oder anderen neuen Namen, die der Serie noch mehr Tiefe verleihen sollen. Regisseur J.J. Abrams übernahm zudem kürzlich die Verfilmung der kommenden drei Star Wars Episoden, so dass man Star Trek into Darkness ohne Zweifel als Feuerprobe ansehen kann. Ist sie aber auch gelungen oder handelt es sich nur um ein seelenloses Sequel?

 

 

BefragungCaptain James T. Kirk (Chris Pine) steckt in großen Schwierigkeiten. Nachdem er gegen die Grundsätze der Föderation verstieß und kein Maß an Einsicht zeigt, entzieht man ihm das Kommando der Enterprise und versetzt seinen ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) auf ein anderes Schiff. Währenddessen verübt der Terrorist John Harrison (Benedict Cumberbatch), ein ehemaliger Agent, mehrere scheinbar willkürliche Anschläge auf die Föderation. Als er schließlich ein Treffen der Admiralität attackiert, wird Kirk sein Kommando zurückgegeben und er erhält den Auftrag, den Wahnsinnigen zu stoppen. Gemeinsam mit Spock, seiner Crew (Zoe Saldana als Uhura, John Cho als Sulu, Karl Urban als Pille, Anton Yelchin als Chekov, Simon Pegg als Scotty uvm.), der neuen wissenschaftlichen Beraterin Carol Marcus (Alice Eve) und einer neuen Waffentechnologie bricht Kirk auf, um den Befehl von Admiral Marcus (Peter Weller) auszuführen. Doch im Hoheitsgebiet der Klingonen stößt die Enterprise auf eine Falle, aus der ihnen nur Harrison heraushelfen kann. Als dieser schließlich seine wahre Identität preisgibt, scheint nichts mehr, wie es eigentlich sein sollte und Kirk muss sich entscheiden wo er in diesem Konflikt steht.

 

 

Krik und CarolDie gute Nachricht vorweg: Star Trek into Darkness ist genau das, was jeder Fan sich davon erhofft hat. Er bietet große Action, gigantische WOW-Momente, lustige und coole Sprüche und sogar einiges an Gefühl. J.J. Abrams macht sehr vieles richtig mit diesem Film, was die Fans ihm danken werden. Das Flair von Star Trek ist in jeder Form spürbar und wird so oft priorisiert, wie es dem Film möglich ist. Seien es emotionale Rundflüge um das Kultschiff, Spocks geniale Emotionslosigkeit oder einfach nur die Schiffsroutinen, die jedem Fan geläufig sind. Star Trek lebt in diesem Film und das ist seine größte Errungenschaft. Aber es ist auch die Aufgabe dieser Rezension, ihn filmisch zu bewerten und da werden wir im kommenden Abschnitt einige Abstriche vornehmen müssen.

 

 

EnterpriseWas kann man also bei einem solchen Film wirklich falsch machen? Nicht viel, das steht fest, aber es gibt einige Kleinigkeiten, an denen der er unnötig hakt. Die Inszenierung wirkt mitunter sehr mechanisch, als wenn J.J. Abrams immer genau wusste, auf welchen Moment er abzielte und der Weg dahin eher uninteressant scheint.  Am Höhepunkt erschallt dann der bombastische Soundtrack, hinterlässt aber eine gewisse Leere, weil der Spannungsbogen nicht immer gut aufgebaut wurde. Abrams weiß, was seine Highlights sind und arbeitet stets drauf hin, vernachlässigt aber leider manchmal den Weg etwas zu sehr.  Zudem werden Nicht-Kenner ihre Probleme mit den Beziehungen der Charaktere bekommen. Jemand der nicht weiß, wer Scotty oder Pille sind, der wird den halben Charme des Films grundlegend verpassen. Erklärungen gibt es nämlich kaum welche und die Szenen zur Exposition der Charaktere fallen eher beschränkt aus. Es schadet also nicht, den ersten Teil vorher auf DVD auszuleihen. Des Weiteren ist es etwas schade, dass der Film keine nachhaltigen Momente produziert, sondern sich auf Augenblicke beschränkt, die man zwar toll findet, aber keinerlei bleibende Erinnerung produzieren. Das wirkt bei einem Star Trek-Film ein wenig verschwenderisch. Wie man aber sehen kann, bezieht sich die Kritik nicht auf das Zentrum des Unterhaltungswertes, der ist nämlich großartig gelungen.

 

 

Spock und UhuraMechanische Konstruktion hin oder her, der Film macht einfach immensen Spaß. Kaum eine Szene wirkt überflüssig oder unterhält nicht, Abrams nutzt jede Minute effizient aus. Allem voran gehen natürlich die Spezialeffekte, die Roddenberrys Welt detailverliebt und perfektionistisch in Szene setzen. Zu keiner Sekunde zweifelt man an der Realität dieses Universums, was die Immersion zu einem immens wichtigen Faktor geraten lässt. Die Atmosphäre ist äußerst gut gelungen und lässt zu keinem Zeitpunkt wirkliche Zweifel zu. Star Trek into Darkness spielt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch auf der Erde, deren futuristische Bauten bis in den Himmel ragen und ein realitätsnahes Szenario erschaffen, in das die Geschichte eingelassen ist. Die Story wirkt mitunter etwas dünn, vor allem da der Zuschauer lange über die eigentlichen Hintergründe im Dunkeln gelassen wird und die monumentalen Ausmaße der Handlungen der Bösewichte etwas schwach dargestellt sind. Man hätte einen größeren Ansatz erschaffen können und vor allem John Harrison hätte etwas mehr Substanz verdient gehabt. Zum Glück konzentrieren sich viele Szenen auf die Interaktion der Crew und vor allem auf die Beziehung von Kirk und Spock, was den Film ordentlich über Wasser hält.

 

 

KhanEin Großteil der Charakterentwicklungen spinnt sich um Captain Kirk, alias Chris Pine, der wie erwartet einen guten Job macht. Er wirkt impulsiv, emotional und voller Mut, genau wie es sein sollte. Natürlich ist es vor allem das großartige Ensemble, das das Herz des Films bildet und absolut großartig harmoniert. Jede Minute mit der Crew ist reinste Star Trek Atmosphäre. Aber es sind besonders zwei Charaktere, die den eigentlichen Ausschlag geben und herausstechen. Zum einen ist das wie schon im ersten Teil Zachary Quinto als Commander Spock. Es macht so viel Spaß diesen Charakter zu beobachten, seine unterdrückte Emotionalität, die scheinbar kühle und berechnende Art und seine zielstrebige Leidenschaft (ja ich habe das Wort für einen Vulkanier benutzt). Er ist so perfekt in seiner Rolle als Spock, dass man alleine dafür unbedingt ein weiteres Sequel sehen will. Der zweite sehr tragende Charakter ist John Harrison, aka Khan, der Erzfeind von Captain Kirk. Benedict Cumberbatch ist so fantastisch in dieser Rolle, dass es zu hoffen gilt, ihn in einem weiteren Teil wiederzusehen. In seinen Augen, seiner Stimme und dem eiskalten Gesicht lassen sich so viel Wut, Brutalität und Kälte erkennen, dass es schier Angst macht. Diese kühle Effizienz, gepaart mit dem deutlichen Wissen, wozu dieser Übermensch fähig ist, dominiert den Film bis zu einem Punkt sogar. Er ist der perfekte Bösewicht, alleine wegen ihm macht es Sinn das Kino aufzusuchen. Wenn Abrams es jetzt noch geschafft hätte, die filmische Wendung größer und perfekter auf ihn zuzuschneiden, wäre das Glück dieses Films perfekt gewesen.

 

 

Fazit:

Star Trek into Darkness lohnt sich anzuschauen, ohne Diskussion. J.J. Abrams gelingt ein starkes Sequel, das zwar nicht ganz mit seinem kongenialen Vorgänger mithalten kann, aber immer noch zu den Highlights des Jahres 2013 zählen muss. Der Film macht so vieles richtig, dass die Schwächen kaum noch ins Gewicht fallen. Ja, man wünscht sich manchmal eine etwas präzisere Spannungskurve oder eine größer angelegte Wendung, aber das sind Detailfragen, die die meisten nicht interessieren werden. Wichtig ist der Spaß, den man im Kino erfährt und den muss man dem Film einfach bescheinigen. Die zu Beginn ausgesprochene Empfehlung gilt aber nach wie vor: Zuerst den ersten Teil ansehen, dann wird man mit diesem Sequel sehr viel mehr Spaß haben. Für Star Trek Fans kann man hier natürlich nur die höchsten Empfehlungen aussprechen, ihr werdet sehr viel Unterhaltung finden.

 

Persönliche Meinung:

Der Film bietet unglaublich viele WOW-Momente, an denen man die Liebe erkennt, mit der er gemacht worden ist. Die Detailverliebtheit des Universums ist atemberaubend und gibt dem Zuschauer, was er erwartet. Ich habe bis zur letzten Minute mitgefiebert, auch wenn ich irgendwann ein wenig den Faden verloren habe, auf wessen Seite ich jetzt eigentlich bin und wen es nicht zu mögen gilt. Spock und Khan sind meine persönlichen Highlights, die beiden Charaktere haben den Film für mich nochmal eine Stufe höher gehoben. Gerade Benedict Cumberbatch hat mich mehr als einmal tief schlucken lassen. Man muss  an dieser Stelle die sehr gute deutsche Synchronisation loben, was gerade bei Cumberbatch mit seiner markanten und tiefen Bassstimme äußerst wichtig ist. Trotzdem muss ich ihn auf Blu-Ray noch einmal auf Englisch sehen, um den Vergleich ziehen zu können. Ich bin bei Leibe kein Trekkie, aber selbst mir ging diese einnehmende Atmosphäre unter die Haut, die der Film mit all seinen liebevollen Details und der extremen Höhepunkten erschafft. Eine Sache hat mich allerdings ein bisschen mehr enttäuscht als ich zugeben wollte: Es hätte mehr Raumschiff Action sein dürfen, das war ein klein bisschen dürftig. Schwamm drüber, der Film ist auch so großes Kino, von daher eine klare Empfehlung an dieser Stelle!

Rating: ★★★★★★★½☆☆ 

 

Fakten:

Regie:  J.J. Abrams

Darsteller:  Chris Pine, Zachary Quinto, Zoe Saldana, Simon Pegg, Benedict Cumberbatch, John Cho, Karl Urban, Anton Yelchin, Bruce Greenwood, Alice Eve, Peter Weller

Budget:  $185 Mio.

Deutscher Kinostart:  9. Mai 2013

 

 

 

Quellen:  Internet Movie Database, Box Office Mojo, hdwallpapers.in

 

GD Star Rating
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Star Trek into Darkness, 8.0 out of 10 based on 1 rating


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