Oscars 2014 – Der Vorbericht

 

Die 86. Academy Awards!

 

Oscars drinnen

 

Der kommende Sonntag wird heiß erwartet in der Filmwelt! Im Dolby Theatre in Hollywood heißt es zum 86. Mal in der Geschichte „And the Oscar goes to…“, wenn die legendären Goldstatuen in der 2014er Version der Oscars einen neuen Besitzer finden. Wie in jedem Jahr hat die Award-Season ihre Spuren unter den Nominierten hinterlassen. Einige Filme, die früh als Favoriten galten, müssen sich jetzt mit den hinteren Reihen zufrieden geben, während andere Filme sich in den Vordergrund spielen konnten. In diesem Jahr wird uns Ellen DeGeneres durch die Show geleiten, die bereits 2007 mit ihrem Charme und Witz einen großen Erfolg als Host verbuchen konnte.

Im folgenden Artikel werden wir einen Blick auf die Nominierungen der wichtigen Kategorien werfen, um einen Eindruck zu bekommen, in welche Richtung die Verleihung tendieren könnte und wer an vorderster Front um einen Goldjungen fiebern darf. Der Feinberg-Forecast spielt bei der Argumentation selbstverständlich eine große Rolle, sowie die Award Verleihungen der letzten Monate mit den Golden Globes als zentralem Standpunkt.  Eine komplette Liste aller Nominierungen findet ihr HIER.

 

 

Bester Film:

 

American Hustle

Captain Phillips

Dallas Buyers Club

Gravity

Her

Nebraska

Philomena

12 Years a Slave

The Wolf of Wall Street

 

Adobe Photoshop PDFZu Beginn der Award Season war diese Kategorie vollkommen offen! Gravity und 12 Years a Slave stellten sich allerdings nach einer Weile als die stärksten unter den Konkurrenten heraus, so dass es derzeit so aussieht, als wenn diese beiden Filme den Gewinner unter sich ausmachen würden. Die anderen Filme waren schlichtweg nicht populär genug (Philomena, Nebraska, Dallas Buyers Club), selbst bei hoher Qualität und großartiger schauspielerischer Leistung, oder sie überzeugten nicht in allen Bereichen mit Qualität (Wolf of Wall Street, Captain Phillips). Her konnte ab und an noch einen Preis abstauben, aber die Kinokassen klingelten nicht so laut wie erhofft und das einfache Konzept des Films, so schön und wichtig es in seiner Simplizität auch ist, überzeugte nicht im Vergleich zur Konkurrenz. American Hustle gilt als sehr starker Film mit großartigem Script (Favorit in dieser Kategorie) und einem einzigartigen Schauspielensemble, allerdings wird es aller Voraussicht nach nicht reichen, um diese beiden Filme schlagen zu können. 12 Years a Slave ist der klare Favorit, es wäre eher überraschend, falls Gravity den Preis mitnehmen sollte. Für das Weltraumepos spricht die Tatsache, dass Regisseur Alfonso Cuaron etwas vollkommen Neuartiges geschaffen hat, das es auf diese Weise im Kino noch nie gegeben hat. Das durchschnittliche Alter der Academy-Mitglieder (60+) spricht jedoch deutlich gegen einen positiven Ausgang für den mexikanischen Regisseur, so dass das einzigartige Kinogefühl von Gravity keine große Rolle bei der Bewertung spielen wird und somit der klassische Sklavenfilm den Sieg davonträgt. In unseren Augen eine Enttäuschung, ohne die hohe Qualität von 12 Years a Slave bestreiten zu wollen.

 

Favorit: 12 Years a Slave

Hauptkonkurrent: Gravity

CC-Favorit:  Gravity (Flo); The Wolf of Wall Street (Sebi)

 

 

 

Bester Hauptdarsteller:

 

Christian Bale (American Hustle)

Bruce Dern (Nebraska)

Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street)

Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave)

Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)

 

Dallas Buyers ClubSamt und sonders alle Darstellerkategorien sind in diesem Jahr unglaublich stark besetzt und da bilden die Hauptdarsteller keine Ausnahme. Die Nichtnominierungen von Joaquin Phoenix (Her) und Robert Redford (All is lost) kamen sehr überraschend, dennoch ist das Feld sehr stark besetzt. Christian Bale hat bereits einen Oscar und gilt eher als der „Ersatz“ für Phoenix, Bruce Dern besitzt einen Altersbonus, der aber nicht hilft, wenn sein Film keine große Aufmerksamkeit erregen konnte und Chiwetel Ejiofor war zu unbekannt vor der Verleihung, um gegen die beiden verbliebenen Darsteller bestehen zu können. Sowohl Leonardo DiCaprio als auch Matthew McConaughey gewannen den Golden Golbe in ihren Kategorien und sind nun gezwungen gegeneinander anzutreten. DiCaprio war bereits mehrfach nominiert und musste bisher leer ausgehen, was sein enormer Pluspunkt ist, zusammen natürlich mit seiner grandiosen Leistung in Wolf of Wall Street. McConaughey spielt den an AIDS erkrankten, homophoben Ron Woodroof, der mit Hilfe von Medikamentenschmuggel anderen kranken Menschen in den 80er Jahren helfen konnte. Der Schauspieler ging für diese Rolle an seine körperlichen Grenzen, nahm viele Kilo Körpergewicht ab, um den erkrankten Mann in seinen ausgezehrten letzten Tagen zeigen zu können. Aus diesem Grund ist er auch der Favorit!

 

Favorit: Matthew McConaughey

Hauptkonkurrent:  Leonardo DiCaprio

CC-Favorit:  Matthew McConaughey (Flo); Leonardo DiCaprio (Sebi)

 

 

 

Beste Hauptdarstellerin:

 

Amy Adams (American Hustle)

Cate Blanchett (Blue Jasmine)

Sandra Bullock (Gravity)

Judi Dench (Philomena)

Meryl Streep (August: Osage County)

 

CateDie wohl langweiligste Kategorie dieses Jahres! Nicht weil die Namen unbekannt sind oder sie schlechte Leistungen geliefert haben, im Gegenteil! Sondern weil sich das Phänomen, das sich im letzten Jahr bei den männlichen Nebendarstellern gezeigt hat, hier nahezu wiederholt: Diese Damen haben, bis auf eine, alle bereits einen Oscar gewonnen. Meryl Streep sogar ein paar mehr, das ist ihre 18. Nominierung (!!), bei der man sich fragen muss, ob es da keine Alternativen gegeben hat. Bei keiner anderen Verleihung in diesem Jahr war ihre Rolle in August: Osage County irgendein wichtiges Thema, so dass diese Nominierung kein Muss gewesen ist. Anders sieht es da bei Judi Dench aus, die in Philomena eine sehr besondere Schauspielkunst geliefert hat, und ihre Nominierung reine Formsache war. Zu den Favoriten gehört sie leider aber auch nicht, ebensowenig wie Sandra Bullock, die nach dem sehr erfolgreichen Start in die Award Season von der Bildfläche etwas verschwunden war und ihren beiden Hauptkonkurrentinnen das Feld überlassen musste. Amy Adams ist die einzige der fünf Damen, die keinen Goldjungen zu Hause hat, so dass die Chancen sehr gut stehen, dass die Academy sie nach so vielen Nominierungen endlich auch ehren wird. Allerdings war Cate Blanchetts Leistung in Blue Jasmine so phänomenal, dass es ein sehr sehr enges Rennen werden wird, zumal sie die meisten wichtigen Preise im Vorfeld in Empfang nehmen konnte.

 

Favorit:  Cate Blanchett

Hauptkonkurrentin:  Amy Adams

CC-Favorit:  Amy Adams (Flo); Sandra Bullock (Sebi)

 

 

 

Bester Nebendarsteller:

 

Barkhad Abdi (Captain Phillips)

Bradley Cooper (American Hustle)

Jonah Hill (The Wolf of Wall Street)

Michael Fassbender (12 Years a Slave)

Jared Leto (Dallas Buyers Club)

 

Jared LetoDiese Kategorie gehört zu den spannendsten und das obwohl sie bereits entschieden ist! Niemand wird Jared Leto den Oscar nehmen können, nachdem er jeden anderen Preis in dieser Season gewinnen konnte. ABER so einfach ist es nunmal nicht, vor allem wenn man sich die Liste der Nominierten ansieht. Barkhad Abdi wird keine Rolle spielen, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass man ihm eine Nominierung gegeben hat. Bradley Cooper war bereits im letzten Jahr nominiert und war auch dieses Jahr in einem David O. Russell Film sensationell gut! Jonah Hill ist einer der großen Newcomer der letzten Jahre, sein Spiel des gewieften, aber unbedachten, hinterhältigen, aber gedankenlosen Börsenmaklers in The Wolf of Wall Street gehört zum besten, was man dieses Jahr sehen konnte. Und dann ist da noch Michael Fassbender, der als sadistischer Sklavenhalter den Zuschauern richtige, echte Angst einjagte und sie in die Kinosessel presste. Vor diesem Hintergrund gesehen, ist Jared Letos Leistung als transsexueller Rayon in Dallas Buyers Club sehr beachtlich. Wir dürfen gespannt sein, ob sich sein Siegeszug fortsetzt, denn schließlich sind das hier die Oscars und nicht die Emmys, hier passieren alle paar Jahre wirklich mal Überraschungen!

 

Favorit:  Jared Leto

Hauptkonkurrent:  Michael Fassbender

CC-Favorit:  Jared Leto (Flo); Jonah Hill (Sebi)

 

 

 

Beste Nebendarstellerin:

 

Sally Hawkins (Blue Jasmine)

Julia Roberts (August: Osage County)

Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

Jennifer Lawrence (American Hustle)

June Squibb (Nebraska)

 

American HustleMachen wir es kurz: Sally Hawkins, Julia Roberts und June Squibb werden nicht den Hauch einer Chance haben, diesen Preis zu gewinnen. Jennifer Lawrence ist die Favoritin, sie gewann die meisten Preise im Vorfeld und ist der große Star der letzten zwei bis drei Jahre. Sie besitzt eine enorm einnehmende Art, die ihr in Hollywood sehr viele Sympathien eingebracht hat und ist nebenbei gesagt auch eine exzellente Schauspielerin. Lupita Nyong’o hingegen ist gänzlich unbekannt, ein kleines Licht, das jetzt erst begonnen hat zu scheinen, als 12 Years a Slave seinen Siegeszug startete. Es ist unmöglich zu sagen, wer von beiden gewinnen wird. Ein interessanter Fakt am Rande: Im letzten Jahr war David O. Russell mit Silver Linings Playbook der erste Regisseuer, der es geschafft hat, in allen vier Darstellerkategorien eine Nominierung für seinen Film zu erhalten. In diesem Jahr wiederholt er mit American Hustle dieses Kunststück und erneut sieht es so aus, als wenn seine Muse Jennifer Lawrence den Preis gewinnen wird.

 

Favorit:  Jennifer Lawrence

Hauptkonkurrentin:  Lupita Nyong’o

CC-Favorit:  Jennifer Lawrence (Beide)

 

 

 

Bester Regisseur:

 

Alfonso Cuaron (Gravity)

Steve McQueen (12 Years a Slave)

David O. Russell (American Hustle)

Martin Scorsese (The Wolf of Wall Street)

Alexander Payne (Nebraska)

 

AlfonsoJedem Filmfan dürfte bei der Nennung dieser fünf Namen ein vernehmliches „UFF“ entfahren. Jeder dieser Regisseure hätte diesen Preis verdient oder wäre endlich an der Reihe ihn zu gewinnen, ihre Filme sind einzigartig und waren mehrfach für Oscars nominiert. Aber wo zieht man hier die Grenze, wie entscheidet man diese Kategorie? Alexander Payne musste bereits mit The Descendants 2012 eine Schlappe hinnehmen, für Nebraska wird es ähnlich aussehen. Ein großartiger Film, der jedoch nicht das Publikum finden konnte und somit unten durchfällt. Martin Scorseses Wolf of Wall Street ist ein schräger Film, der jedoch viel zu lang geht und an so mancher Stelle an Fluss und Verständnis kranken lässt. Zudem gewann Scorsese bereits seinen wohlverdienten Oscar für The Departed, so dass er in diesem Jahr keine Rolle spielen wird. Nach seiner Nominierung im letzten Jahr ist David O. Russell bereits wieder an dieser Stelle zu finden, die Academy würdigt seine Filme wie kaum jemand anderes. Die Befürchtung besteht dennoch, dass es auch in diesem Jahr nicht klappen wird, obwohl sein Film durchgehend gute Kritiken und große Aufmerksamkeit erringen konnte. Es ist eher ungewöhnlich, dass sich der Gewinner der Kategorien Regisseur und Film unterscheiden, was für Steve McQueen spricht. Er verbreitet viel Aufmerksamkeit im Vorfeld und schwimmt auf der Erfolgswelle von 12 Years a Slave. Dennoch ist der klare Favorit Alfonso Cuaron. Der Aufwand, die Kreativität, die Arbeit und den Glauben den es gefordert hat, Gravity zu machen, ist unerreicht und muss gewürdigt werden. Noch bevor der Drehstart begann, wurde der Film als unmögliche Umsetzung deklariert, es sei technisch und filmisch nicht machbar! Cuaron ließ sich nicht beirren und schuf stattdessen ein Meisterwerk auf audiovisueller Ebene, das den Zuschauer mit seiner einzigartigen Atmosphäre in den Bann zieht und das Kino auf eine neue Ebene hob. Er gewann jeden Preis im Vorfeld, es muss an ein Wunder grenzen, wenn kein Oscar dazukommen wird. Es ist vorstellbar, dass die Academy sich mit diesem Oscar an Cuaron dafür entschuldigen wird, dass sie ihm für seinen visionären Film nicht die höchste Ehre der Oscars zu Teil werden lassen wird.

 

Favorit:  Alfonso Cuaron

Hauptkonkurrent:  Steve McQueen

CC-Favorit:  Alfonso Cuaron (Flo); David O. Russell (Sebi)

 

 

Im Folgenden die anderen Kategorien im Schnelldurchlauf lediglich mit den Favoriten, die wir als Gewinner prophezeien:

 

Bestes Drehbuch:  American Hustle

Bestes adaptiertes Drehbuch: Before Midnight

Bester Animationsfilm:  Frozen

Bester ausländischer Film: Die große Schönheit

Beste Kamera: Gravity

Bestes Editing: Gravity

Bestes Produktions Design: Der große Gatsby

Beste Kostüme: American Hustle

Bestes Makeup: Dallas Buyers Club

Beste Filmmusik: Gravity

Bester Song: Frozen

Bestes Sound-Mixing: Gravity

Bestes Sound-Editing: Gravity

Beste Spezialeffekte: Gravity

Bester Dokmentarfilm: The Act of Killing

Bester kurzer Dokumentarfilm: The Lady in Number 6

Bester animierter Kurzfilm: Mr. Hublot

Bester Kurzfilm: The Voorman Problem

 

Quellen:  Internet Movie Database, Box Office Mojo, The Hollywood Reporter, image.gala.de

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Eine Antwort to “Oscars 2014 – Der Vorbericht”

  1. abert sagt:

    Ich werde Sonntagabend wieder schauen, wie gut Ihr die Szene bewertet und analysiert.Im letzten Jahre ward Ihr sehr gut, und ich denke ,dass Ihr auch in diesem Jahre die Academy richtig einschätzt. Umso mehr ein Grund für Filmfans, Eure Seite zu abonnieren.
    Nach Sichtung der nominierten Filme und Künstler halte ich die diesjährige Verleihung allerdings für eine schwächere. Da ist wohl außer „Gravity“ kaum etwas Besonderes dabei. Größte Enttäuschung für mich ist die Kategorie der weiblichen Hauptdarsteller: Gibt es keine jungen guten Darstellerinnen, sondern nur diese alten,etablierten Damen? Geht es nur noch um Quote und Geld? Es gibt so viele gute aufstrebende Darsteller/innen, die aber von den Regisseuren/innen und Geldgebern viel zu selten eine Chance erhalten. Dies ist leider in der Film- und Kulturszene viel zu oft zu beobachten.

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