Filme des Frühlings Teil 3: The Lego Movie und Godzilla

 

In Teil eins dieser Serie beschäftigten wir uns mit anspruchsvollen Filmen, wohingegen Teil 2 sich voll auf Superhelden aus dem Hause Marvel konzentrierte. Es wird Zeit für einen letzten Blick auf zwei Filme, die den Frühling bereichert haben. Diese Mal sind zwei Überraschungshits am Start, die die Zuschauer weltweit begeistert haben. The Lego Movie mit seinem einzigartigen Charme und Godzilla mit mehr Größe und mehr Zerstörung!

 

The Lego Movie

 

Emmet Brickowoski (Chris Pratt) ist ein gewöhnlicher Bauarbeiter in der Lego Welt, der das Motto der heilen Welt der Bauklötze jeden Tag einatmet: Everything is AWESOME! Er geht zur Arbeit, trinkt überteuerten Kaffee und folgt bei jedem Schritt seines Lebens dem Handbuch, das er stets mit sich führt. Doch Emmet ist alleine, niemand will etwas mit ihm zu tun haben, nicht einmal seine Arbeitskollegen, die seinen Namen regelmäßig vergessen. Auf der LEGOverlassenen Baustelle trifft er eines Tages auf Wyldsytle (Elizabeth Banks), die auf der Suche nach einem Artefakt ist und mit ihm nichts zu tun haben will. Wie es der Zufall so will, stolpert aber ausgerechnet Emmet über dieses Artefakt, das nun dauerhaft an ihm heftet. Wyldstyle bleibt nichts andere übrig, als zu glauben, dass dieser dauergrinsende, nervige Bauarbeiter der Auserwählte sein muss, der den bösen Lord Business (Will Ferrell) und seine Kontrollherrschaft über die Lego Welt brechen wird. Gemeinsam mit dem weisen Vitruvius (Morgan Freeman), Batman (Will Arnett) und einer Horde Freunde, die sich "Master Builder" nennen und für das freie Bauen und Entwickeln kämpfen, wird Emmet in einen rebellischen Kampf hineingezogen. Immer auf ihren Versen: Good Cop/Bad Cop (Liam Neeson) und Lord Business' Gefolge. Doch irgendwas ist anders, bemerkt Emmet schnell, als wenn jemand anderes die wahre Kontrolle über seine Welt hätte!

 

 

Lego 2The Lego Movie ist anders und nicht für jedermann geeignet! Nicht weil der Film schlecht ist oder einen faden Beigeschmack besitzt, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Er ist so tiefgründig, vielschichtig, sarkastisch, ironisch und witzig, dass es kaum mehr auszuhalten ist! Die Inhaltsangabe im oberen Teil ist zwar die Handlung, doch der Film selbst konstruiert ein breitgefächertes Netz aus Parodie und Persiflage in jeder einzelnen Sekunde, dass man eine ganz bestimmte Art von Humor verstehen muss, wenn man daran Spaß haben möchte. The Lego Movie ist ein Film, an dem sich Menschen in Humor-Kategorien einteilen können. Einige werden reglos dasitzen und nichts verstehen, andere wiederum werden sich pausenlos den Bauch halten. Wenn es dabei bleiben würde, hätte man einen Film, der bestens unterhält und der ein gutes Gefühl nach dem Anschauen hinterlässt. Aber die Macher haben sich damit nicht zufrieden gegeben und verschafften dem Film viele weitere Ebenen, auf denen er glänzen kann. Angefangen von politischen Gedanken über totalitäre Systeme mit kontrollfanatischen Ausmaßen, über den Ernst des Lebens und die wichtigen Prioritäten, über eine mögliche Steuerung unserer Handlungen von einem höheren Wesen, bis hin zu dem Glauben an sich selbst und an den Weg, den jeder vor sich sieht und sich so wenige trauen wirklich zu gehen. Das Alles, und viel viel mehr, wird eingebettet in eine perfekt sitzende Mischung aus Parodie, Witz und jeder Menge Spaß. Es gibt keine überflüssige Szene in The Lego Movie, da sie allesamt (ich meine wirklich JEDE!) hohen inhaltlichen Wert haben und miteinander zu einem großartig anzuschauenden Bild reifen. Herausragend! Einziger Wehrmutstropfen: Man braucht eine ordentliche Menge Hintergrundwissen über Filme, Comics und nicht zuletzt einen offenen und flexiblen Verstand, um den Inhalt und den Humor verstehen zu können. Wobei…eigentlich ist das etwas Gutes.

 

 

Persönliche Meinung:

Was für ein fantastischer Film!! Als wir aus dem Kino kamen, sangen wir immer noch den Titelsong "Everything is AWESOME!" und rekapitulierten die besten Szenen, bevor wir feststellen mussten, dass es bei der Vielfalt einfach kaum ging. So viel Spaß hatte ich seit langer Zeit nicht mehr im Kino, da war jeder Cent Eintrittsgeld wertvoll. The Lego Movie hat zu 100% meinen Humor getroffen und hinterlässt bei mir das Gefühl, dass es dort draußen Filmemacher gibt, die richtig viel Spaß an ihrem Job haben und uns Zuschauern ein geniales Erlebnis mit unendlich vielen Lachern und hintergründigen Gedanken liefern möchten. Selten fügte sich ein Film so genial zu einem so harmonischen Gesamtbild zusammen, das immer noch eine Schippe drauflegt wenn man schon glaubt, es sei jetzt genug. Für mich war The Lego Movie der bisher beste Film 2014. 

Auch hier ist die englische Version sehr zu empfehlen, da sich einige herausragende Stimmen versammelt haben und der Humor besser greift.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

 

 

 

 

Godzilla

 

Die Menschen verstecken die Wahrheit vor ihm, davon ist Joe Brody (Bryan Cranston) überzeugt. Seit er vor vielen Jahren seine Frau (Juliette Binoche) bei einem mysteriösen Erdbeben verlor, das in Japan ein ganzes Kernkraftwerk Godzilla dem Erdboden gleichmachte, ist der Wissenschaftler besessen davon, die ganze Wahrheit herauszufinden. Gemeinsam mit seinem Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson), der ihn für verrückt hält, dringt er auf das geheime Gelände an der Küste Japans ein. Doch was er dort findet, hätte er sich in seinen künsten Träumen nicht erhofft. Unter der Leitung von Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) bemüht sich ein Team vor Ort, eine Kreatur in Zaum zu halten, die die Welt verändern könnte. Doch einen Muto kann man nicht zähmen und so bricht das Monster aus dem Gefängnis aus und wird zur Bedrohung für das Gleichgewicht der Welt. Menschen können ihn nicht stoppen, nur noch die Natur ist mächtig genug. Als die Menschen herausfinden, dass die Kreatur mit einem zweiten paarungsbereiten Monster kommuniziert, geschieht das Undenkbare. Aus den Tiefen des Meeres steigt der König der Monster hervor, um das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen: Godzilla ist zurück! Nahezu machtlos müssen die Menschen mitansehen, wie ihre Welt erschüttert wird und kämpfen ums Überleben. 

 

 

Egal wie diese Kritik ausfallen wird, es gibt eine Sache, die man unbedingt als positiven Punkt zuerst bringen muss, da sie den Film dominiert: Diese Godzilla Version ist die beste westliche Variante, die es bisher gegeben hat. Sie orientiert sich sehr stark an den Konzepten des japansichen Originals und bringt nur auf anderen Ebenen einen großen Haufen Hollywood-Schmalz mit ins Boot. Das ist sehr erfrischend und wirkt über die gesamte Dauer des Films sehr stimmig GODZILLAund hervorragend gelöst. Ein weiterer positiver Aspekt sind sicherlich die Special Effects, aber das war zu erwarten. Alle Monster sehen gigantisch gut aus, die Kämpfe wirken majestätisch und gigantisch und die Zerstörungswut ist fast schon furchteinflößend. Sobald Godzilla das erste Mal aus dem Meer entsteigt, läuft einem Fan problemslos ein heftiger Schauer über den Rücken. Leider kommen seine Momente viel zu kurz und zu selten vor, da das menschliche Drama den überwiegenden Teil ausmacht. Das ist ein bisschen schade, selbst wenn es gut gemeint ist, wenn man einen solchen Film auch noch mit Inhalt füllen möchte. Aber in einem Godzilla Film möchte ich richtig große, heftige Monster-Action sehen! Das gelingt sehr gut, wenn sie da ist, aber es könnte durchaus viel öfter der Fall sein. Genau genommen versucht das Drehbuch wirklich ALLES, um auch jede noch so kleine Sache zu erklären. Pausenlos wird man mit Offensichtlichkeiten textlich belastet, als würde der Zuschauerraum aus Fünftklässlern bestehen. Wieso muss man einen Godzilla Film an jeder Ecke logisch erklären wollen? Immerhin reitet sich das Drehbuch nicht vollkommen dabei in die Nesseln, so dass ein harmonisches Bild entsteht. 

 

 

Persönliche Meinung:

Ich hatte nicht viel erwartet von einem solchen Film, da der Trailer vom Inhalt praktisch nichts preisgab außer der Tatsache, dass da Godzilla drin vorkommt und viel kaputt geht. Entsprechend positiv wurde ich überrascht, da sich die Macher viele Dinge getraut haben ohne dabei Godzillas Wurzeln außer Acht zu lassen. Den Gedanken, dass ein solches Urmonster aus den Tiefen der Welt emporsteigt, um die Balance auf der Erde im Zaum zu halten, fand ich hervorragend. Es zeigt zudem, wie wenig Macht der Mensch über sich selbst, die Natur und vor allem über seine eigenen technischen Machenschaften besitzt. Dieses Bild von scheinbarer Kontrolle hat Godzilla sehr schnell in sich zusammenfallen lassen. Respekt!! Manchmal ist der Film allerdings auch unfreiwillig witzig. Wenn die Darsteller das zwanzwigste Mal mit weit aufgerissenen Augen einige Meter vortreten, die Kamera nah heranzoomt, dramatisch Musik erschallt und der Darsteller entsetzt "Oh mein Gott" sagt, dann muss man einfach lachen. Das schien die Hauptaufgabe der Schauspieler gewesen zu sein, mal abgesehen von den dramatischen Momenten. Kurzum: Godzilla macht viel Spaß, wenn man sich nicht von zu viel menschlichem Drama abschrecken lässt und auf große Monster und viel Zerstörung steht.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, forbes.com

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