Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

 

Zu viel des Guten!

 

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Poster

Die Reise nach Mittelerde neigt sich dem Ende. Nach drei großartigen Reisen zur Zerstörung eines Ringes und zwei Prequels, die einen Hobbit und eine Horde Zwerge auf Drachenjagd schickten, neigt sich auch diese Serie nun dem Ende. Peter Jackson bringt uns die letzte Episode des Hobbit in die Kinos und belohnt die wartenden Fans mit epischen Schlachten und gigantischen Bildern. Doch nicht alles glänzt so golden wie der „Eine Ring“, denn auch bei diesem Teil muss man Abstriche machen, die den Spaß ein wenig trüben. Begleitet mich auf eine kurze Reise nach Mittelerde und schauen wir uns gemeinsam an, ob der Hobbit den hohen Erwartungen dennoch gerecht werden mag. Mein Tipp: Schaut euch erst den Film an, bevor ihr hier weiterlest oder lest nur das Fazit.

 

 

Thorin und BilboBilbo Beutlin und die Zwerge haben ein Problem: nach der Erweckung des Drachen gelang es ihnen nicht, diesen zu überwältigen. Voller Zerstörungskraft wütet Smaug nun über das Land und bringt den Tod. Doch das ist nicht das einzige, was die Gefährten auf Trab hält. Ihr Anführer Thorin wurde vom Goldwahn überwältigt und ist zu keinem klaren Gedanken mehr fähig, Gandalf der Zauberer wird vermisst und die Nachricht über den befreiten Berg Erebor verbreitet sich wie ein Lauffeuer über das ganze Land. Bald schon stehen nicht nur hungernde Menschen vor ihren Toren, sondern auch Armeen von Elben, Zwergen und Orks, die ihr Recht auf den Berg voller Schätze erheben. Eine Schlacht beginnt, die das Gesicht von Mittelerde für lange Zeit umgestalten wird.  Mitten drin: Bilbo Beutlin, der Hobbit, der verzweifelt versucht das Richtige zu tun und seine Freunde zu beschützen.

 

Etwas Goldenes

LegolasFangen wir zunächst mit den guten Seiten an, denn davon gibt es einige wenige, die erwähnt werden sollten. Das Offensichtliche: der Film ist visuell überwältigend. Gestochen scharfe Bilder, epische Special Effects, hämmernder Sound und sehr dichte Atmosphäre. Jedem Fantasy-Fan wird bei so manchem Anblick problemlos das Herz stehenbleiben, „Nerdgasms“ inklusive. Gerade die Atmosphäre macht sehr viel aus und trägt den Film über weite Strecken. Man fühlt sich wirklich wie ein Teil von Mittelerde. Auch die Charaktere sind sehr sympathisch, so dass man sehr gerne Verbindungen aufbaut und mitfiebert, wenn es eng wird.

Ihr habt es begonnen. Verzeiht mir, wenn ich es beende! (Thranduil)

Viel Rostiges

LukeLeider muss ich die schlechten Seiten deutlicher hervorheben, denn derer sind nicht wenige und sie trüben den Filmspaß teilweise enorm. An vorderster Front öffnet sich ein Problem, das sich bereits bei den ersten beiden Teilen angedeutet hat und dieses Mal ausufert: Ziellosigkeit. Jede Partei, jeder Charakter hat irgendwo ein Ziel, das er verfolgt, doch nur bei den wenigsten ist das wichtig oder wird es gar ausgeführt. Der Film ist gnadenlos überladen an Charakteren, Motiven und Zielen, dass er all das währenddessen komplett aus den Augen verliert. Die Charaktere sind flach und generisch, ihre Motive spielen keine Rolle und ihre Ziele werden nicht erreicht, weil sie irgendwann einfach gleichgültig werden. In einem großen Tohuwabohu sticht niemand mehr heraus und jeder Ansatz von Interesse geht in Krach und Zerstörung unter. Der Film wirkt verzweifelt bemüht darum, alles irgendwie zusammenzuhalten, ohne irgendwas zu Ende zu bringen. Die Schlachten sind vorbei, die Toten werden im Ansatz betrauert und der Zuschauer fragt sich: War es das? Wo sind mögliche Auflösungen? Wo wurde irgendwas erreicht? Warum all das?

LillyDer Hobbit besitzt viele kleine Nebenschauplätze, die leider ebenso untergehen. Seien es Spuren von Sauron oder Liebesverwicklungen, nichts davon spielt eine gewichtige Rolle, sondern füllt den Film nur unnötig. Wenn man solche Szenen hineinbringt, sollte man sie vernünftig zu Ende bringen und eingliedern. Stattdessen fühlt sich alles leer und undurchdacht an. Besonders ärgerlich: der Zuschauer sollte sich darauf gefasst machen, dass eigentlich nichts gut ausgeht, also wirklich gar nichts. Es wird gekämpft, geweint, getrauert, große Reden geschwungen und das alles ohne wirklichen Sinn, nur um den Zuschauer am Ende vor den Kopf zu stoßen! Unnötig und nervig! Man fühlt sich wie in einem Videospiel, das unaufhöhrlich und unaufhaltsam in einem wahnsinnigen Tempo voranschreitet und nicht eine Sekunde Atemluft lässt.Die Special-Effects und die viele Mühe werden dadurch zur Farce. 

 

Fazit:

GandalfJa der Film ist atmosphärisch und punktet in so manchem Bereich. Aber gleichzeitig ärgert er ungemein durch seine generischen Charaktere, fehlenden Abschluss und gänzliche Ziellosigkeit. Es handelt sich um 2,5h gigantische Schlacht ohne Sinn und Verstand und vor allem ohne durchdachten Hintergrund. Das mag für manchen Kinobesucher ausreichen, doch ärgert es ungemein, wenn es sich dabei um einen Film handelt, der mit so vielen Möglichkeiten und Erwartungen behandelt wird. Es wäre deutlich mehr mit deutlich weniger Aufwand möglich gewesen. Ein enttäuschendes Finale einer ordentlichen Fantasy-Serie.

 

Persönliche Meinung:

Ich bin sauer! So viel Potenzial, so viele Möglichkeiten und dann kommt sowas dabei rum. Ab einem bestimmten Punkt im Film geht es um nichts anderes mehr als Schlachten und Mitfiebern, ob die lieb gewonnen Charaktere sterben oder nicht. Kein Inhalt mehr, keine Persönlichkeit, keine Ziele, keine Erfüllung, nichts! Es ist so schwer, sich auf den Film einzulassen, weil er einfach nichts füllt und den Zuschauer leer an allem vorbeigehen lässt. Eine Szene jagt die nächste, ohne dabei etwas zu erreichen. Der Film heißt „Der Hobbit“ und am Ende weiß keiner mehr, wieso der kleine Kerl überhaupt da ist. Mit gerade einmal einer einzigen wirklichen Aktion im ganzen Film hätte man auch einfach nur die Zeit mit mehr Krieg verbringen können. Einseitig und langweilig. Und um Himmels Willen: wieso muss man jede noch so schöne Möglichkeit vernichten, dem Film ein Minimum an Happy End zu gewähren?! Stattdessen bleiben am Ende: Gezwungenheit, Überhast, Frustration und Leere. Sehr enttäuschend und endlos frustrierend anzusehen!

Rating: ★★★★★★½☆☆☆ 

 

 

Fakten:

Regie:  Peter Jackson

Darsteller:  Martin Freenman, Ian McKellen, Richard Armitage, Orlando Bloom, Evangeline Lilly, Lee Pace, Luke Evans, Cate Blanchett, Hugo Weaving, Christopher Lee

Drehbuch: Peter Jackson, Guillermo Del Toro, Fran Walsh, Philippa Boyens 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, New Line Cinema, Filmjunkies.de

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