The Theory of Everything + Into the Woods

 

Abseits von Superhelden, Muscle-Cars und Vogelmännern haben sich in diesem Frühling zwei kleinere Filme in den Vordergrund gespielt. The Theory of Everything ist die etwas andere Geschichte des Physikers Stephen Hawking, sein Leidensweg, aber auch sein großer Kampf und der Erfolg. Into the Woods wartet mit einem Gegenprogramm auf und bringt uns Märchengeschichten zusammengemixt zu einer großen Story, die alles andere als normal ausgeht. Beide Filme bringen einen speziellen Charme mit, dem man sich schwerlich entziehen kann. Sei es auf dramatischer oder auf skurriler Ebene. Dabei ist es anzuraten, sich vorher genau über beide Filme zu informieren. Denn einmal im Kinosessel Platz genommen, gibt es kein Zurück mehr. 

 

 

The Theory of Everything

Eddie FelicityStephen Hawking (Eddie Redmayne) ist ein normaler Physik-Student an der Harvard Universität. Er unternimmt Dinge mit seinen Freunden, fährt gerne Fahrrad und spielt Cricket. Doch ganz normal war Stephen noch nie, denn sein Gehirn arbeitet einige Ebenen höher, als die seiner Mitstudenten. Mit ungewöhnlichen Ideen und genialen Theorien weiß der junge Student zu überzeugen. Als er dann noch seine große Liebe Jane (Felicity Jones) trifft, scheint das Glück perfekt zu sein. Dann die schockierende Diagnose: ALS. Die genetisch bedingte Krankheit zerstört langsam seine Nervenzellen und lässt seinen Körper versagen. Eine Lebenserwartung von zwei Jahren wird ihm bescheinigt. Als diese Erkenntnis langsam in ihn eindringt, versucht er sich von Jane zu lösen, um ihr den Schmerz zu ersparen. Doch die junge Frau lässt sich nicht abschütteln. Sie heiraten, bekommen Kinder und Stephen ist gar in der Lage seine Promotion abzulegen. An den Rollstuhl gefesselt, kaum in der Lage zu Schlucken oder zu Atmen, kämpft er ums Überleben, seine Karriere und um das eigene Glück. 

 

Bewegendes Portrait eines Genies

HawkingStephen Hawking gehört zu den großen Genies unserer Zeit und hat die Welt der Physik auf den Kopf gestellt. Dieses biographische Portrait, basierend auf den Erzählung seiner Frau Jane, bewegt ungemein und verschafft uns einen Einblick in die schweren Zeiten des Wissenschaftlers. Besonders die Krankheit steht im Vordergrund und wie die Familie diese handhabt. Jane Hawking kommt dabei selbst nicht sonderlich gut weg, selbst wenn sie sich viele Jahre aufopferungsvoll um ihren Mann gekümmert hat. Im Zentrum steht aber natürlich Stephen, was einen besonderen Grund hat: die Darbietung von Eddie Redmayne. Der Oscar-Preisträger verzaubert auf eine so einnehmende Weise, dass man nicht wegschauen kann. Er spielt nicht nur Stephen Hawking, er IST Stephen Hawking. Selbst die reale Person hat zugegeben, dass er sich beim Anschauen des finalen Filmes manchmal nicht sicher war, ob es nur ein Film sei oder er sich selbst beobachte. Redmayne verleiht dem Film damit das zentrale Herz und rührt den Zuschauer zu Tränen. Die geniale Darstellung eines Genies. Ein mutiger und inspirierender Film!

Ich empfehle das englische Original zu schauen, denn eine Übersetzung kann niemals die sprachlichen Details des Hauptdarstellers wiedergeben.   

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

 

 

 

Into the Woods

Into The WoodsDer Bäcker (James Corben) und seine Frau (Emily Blunt) möchten ein Kind bekommen, doch ein Fluch verhindert die Empfängnis. Da erscheint ihnen eine garstige Hexe (Meryl Streep), die ihnen das Angebot macht, den Fluch zu heben, der gleichzeitig ihr eigener ist. Ihr Auftrag: verschiedene Materialien besorgen und einen Trank brauen. Gleichzeitig ist das Rotkäppchen unterwegs zur Großmutter und wird vom großen bösen Wolf (Johnny Depp) gestalked. Der kleine Junge Jack kommt auf dem Weg in die Stadt in den Besitz von Zauberbohnen. Rapunzel hat ein paar Ordnungsschwierigkeiten mit ihren Haaren und dem aufdringlichen Prinzen. Und die hübsche Cinderella (Anna Kendrick) versucht sich verzweifelt in ihren Prinzen (Chris Pine) zu verlieben, was auch nicht recht gelingen will. All das geschieht in den Wäldern, wo die Figuren sich in einem wirren Geflecht aus Beziehungen versuchen zu behaupten. Als schließlich alle Geschichten ein hoffnungsvolles Happy End finden, geht es aber erst richtig los. Denn in in diesem Märchen ist nichts, wie es scheint. 

 

Cinderella's Prince: Anything can happen in the woods. May I kiss you?

[Goes in for a kiss]

Baker's Wife: Uh…

Cinderella's Prince: Any moment we could be crushed. Don't feel rushed

[Kisses the Baker's wife]

Baker's Wife: This is ridiculous, what am I doing here? I'm in the wrong story!

[the prince tried kissing her again]

Baker's Wife: Wait, we can't do this! You have a princess!

Cinderella's Prince: Well, yes, I do.

Baker's Wife: And I have… a baker.

 

 

Verwirrung…sollte da nicht ein Happy End sein?

Into the WoodsKlassische Märchen, gemixt mit wunderschönen Songs, viel Witz und Charme und dann wird das Happy End einfach so umgeworfen? Wo kommen wir denn dahin? Oder ist es dennoch ein Happy End? An dieser Musical Verfilmung ist nichts Gewöhnliches! Stattdessen muss sich der Zuschauer auf allerlei skurrile Wendungen und den Umwurf der klassichen Geschichten gefasst machen. Gleichzeitig ist er auch noch einigermaßen brutal, so dass Kinder sich auf keinen Fall ins Kino begeben sollten. Jetzt aber die größte Warnung von allen: es wird gesungen!! Eigentlich sollte das inzwischen zur Normalität in einem Musical-Film geworden sein. Dennoch verstehen dies viele Zuschauer nicht und empfinden den Gesang als störend. Für mich unverständlich, denn ohne Anna Kendricks "Auf den Stufen des Schlosses" oder Chris Pines hingebungsvoll verrückte Version von "Agony" würde der Film und seine beißende Ironie einfach nicht funktionieren. Er nimmt das Märchengenre derbe auf die Schippe und scheut sich auch nicht davor, Sympathieträger um die Ecke zu bringen. 

Definitiv einer der besseren Musical-Verfilmungen und für einen witzigen DVD-Abend bestens geeignet. 

Rating: ★★★★★★★½☆☆ 

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office MojoFocus Features, Disney, Fastcompany.net

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