Avengers – Age of Ultron

 

Age of Ultron ist ohne Zweifel der am heißesten erwartete Film des Jahres (wenn man Episode VII eher als 2016 Film ansieht). Der Vorgänger The Avengers wurde in seinen Einspielergebnissen nur von zwei Filmen weltweit geschlagen. Jeder von uns hat problemlos irgendeine Vorschau oder ein Plakat dieses Sequels gesehen – man kommt einfach nicht dran vorbei. Bei so vielen Vorschusslorbeeren und einem hochgelobten Vorgänger steigen die Erwartungen ins Unermessliche. Der Film würde ein Hit werden, das war vorher klar. Es bleiben eigentlich nur zwei Fragen offen: Ist der Film überhaupt gut? Kann er mehr Geld einspielen als sein Vorgänger? Was ohne Zweifel jetzt schon feststeht: Age of Ultron ist eine optische Augenweide und unsere Lieblingshelden sind mitten drin. Leider gibt es viel zu bemängeln und so manche Front enttäuscht. Sehen wir es uns im Detail an.

avengers_age_of_ultron-wide

 

Sequel incoming!

UltronNach dem Sieg über Loki und seine Armee sind die Avengers mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Das Szepter des Gottes wurde gestohlen und die Superhelden sind mit der Wiederbschaffung beauftragt. Das funktioniert alles hervorragend. Doch in aller Euphorie schleicht sich Tony Starks (Robert Downey Jr.) Größenwahn ein. Er überzeugt Bruce Banner (Mark Ruffalo), ihm bei der Entwicklung des Ultron Programms zu helfen, einer weit fortgeschrittenen Künstlichen Intelligenz. Sie nutzen die Energie des Szepters und ohne es zu bemerken schaffen sie ein Geschöpf, das sich in Tony Roboterarmee und Sicherheitsprogramme einschleicht und alles übernimmt. Ultron (James Spader) ist geboren und nistet sich in Computersysteme und nahezu unzerstörbare Roboter ein. Die Avengers sind auf der Flucht und versuchen das Schlimmste zu verhindern. Doch Ultron verbündete sich bereits mit den Geschwistern Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) und Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), die die Heldentruppe von innen heraus angreifen. Als die Lage eskaliert und Ultrons Pläne zur Vernichtung der Menschen konkreter werden, müssen sich die Helden für einen Weg und eine Seite entscheiden.

 

Der Heldenmix zum Sieg

TwinsBeginnen wir mit den guten Nachrichten! Für Action-Fans ist dieser Film ein Muss. Die Spezialeffekte sind eine Augenweide, es rumst und kracht an allen Ecken und man hat streckenweise das Gefühl kaum zum Atmen zu kommen. Vor allem Fans der Marvel Filme sind hier natürlich goldrichtig. Jeder der Helden hat seine eigene Identität und darf diese ohne Probleme ausleben. Der Fokus liegt dieses Mal etwas mehr auf Hawkeye, Black Widow und dem Hulk, aber das ist nach dem Hype um die anderen Charaktere nachvollziehbar. Schließlich haben die alle ihre eigenen Filme! Auch einige alte Bekannte finden sich wieder ein. Seien es Nick Fury (Samuel L. Jackson), The Falcon (Anthony Mackie) oder War Machine (Don Cheadle). Neu hinzugekommen ist der Bösewicht Ultron, der einige wirklich bösartige Momente auslebt. Schwer zu verstehen ist dabei allerdings, wieso man einem solchen Charakter die eine oder andere Slapstick-Einlage spendieren musste. Ein etwas komischer, aber machtvoller Verbündeter findet sich in The Vision (Paul Bettany). Besonders hervorzuheben sind die Maximoff-Zwillinge Pietro aka Quicksilver und Wanda aka Scarlet Witch. Besonders Elizabeth Olsen fällt positiv auf und ist nicht umsonst bereits für weitere Filme gebucht. Die Vielfalt der Charaktere war bereits im ersten Film groß und wird dieses Mal noch stark erweitert. In diesem Film funktioniert das noch ganz gut, allerdings mache ich mir Sorgen um die Zukunft, denn die häufige Verschmelzung so vieler Figuren führt zwangsläufig zu Oberflächlichkeit. Da die Addierung weiterer Helden in Planung ist (Spiderman!), wird es bald eng unter den Avengers. Wie gut, dass sie sich im kommenden Captain America Sequel erst einmal untereinander bekriegen. 

 

Die Kehrseite

Wie schön wäre es gewesen, wenn ich euch jetzt ein Loblied sondergleichen singen könnte über Charaktertiefe, roten Faden, logische Handlungsstränge oder irgendwas in der Richtung. Leider mangelt es Age of Ultron dort an allen Ecken und Enden. Es hat fast bis ganz zum Schluss gedauert, bis ich verstanden habe, was Ultron überhaupt vorhat. Das machte alles überhaupt keinen Sinn und es wurde auch nirgendwo erklärt. Auch seine Handlungen waren sinnfrei, was ihn als Bösewicht trotz markanter Stimme und viel Kälte untergrub. Natürlich erwartet man von einem Avengers-Film, dass er überladen ist. Dennoch müssen diese Phasen vernünftig zusammenpassen. TeamViele Szenen wirken so furchtbar konstruiert, als wenn sie nur um des Effekts Willen im Film gelandet sind. Ich konnte die Gehirnwindungen des Autors richtig sehen, wenn er sich simple Fragen stellt: Was könnte cool aussehen? Wenn der Hulk einen ebenbürtigen Gegner bekommt und zwei große Monster kämpfen. Wie könnte man das passend in den Film integrieren? Keine Ahnung, aber es muss auf jeden Fall eine Kleinstadt dabei kaputt gehen. Solche Einschübe gibt es immer wieder (weiß irgendjemand, welchen Sinn Thors Badeinlage hatte??) und sie sind entweder dort um einen Effekt oder was Cooles darzustellen oder um einen Punkt in der Entwicklung der Avengers zu markieren. Leider ist das alles so dämlich, dass ich einfach nur draufhauen möchte wie der Hulk persönlich. 

Man muss dem Film definitiv lassen, dass der Humor richtig gut sitzt. Ich habe mehr gelacht als in so mancher Komödie, was ein gutes Gefühl war. Leider wird das von Situationen und Dialogen unterbrochen, bei denen ich mich nur für einen Facepalm entscheiden konnte. Viele Szenen wirkten erschreckend klischeehaft und banal, ich war mitunter entsetzt. Wer hat sich bloß diese ruhige Phase auf etwa der Hälfte des Films ausgedacht?? Wenn man schon ein schlechtes Script hat und mehr Charaktere als gut für eine echte Entwicklung der Figuren, dann sollte man nicht auch noch versuchen Inhalt reinzubringen. Mein Kopf schmerzt.

 

Fazit:

Was ist das Wichtigste an einem guten Fim, insbesondere einem Actionfilm? Man muss mit einem guten Gefühl rausgehen und sich an besondere Szenen und Momente erinnern. Filme haben die Aufgabe, uns etwas Besonderes zu liefern, das uns bewegt, berührt oder auch einfach nur mitreißt. Davon hat Age of Ultron leider so gut wie gar nichts. Der Film wirkt gestückelt und nicht rund, als wenn nur einige coole Ideen aneinander gereiht wurden und sich niemand einen Pieps darum gekümmert hat, das auch sinnvoll zu verbinden. Den Fans ist das natürlich egal, sie kriegen Mega-Action, ihre Lieblingshelden und coole neue Figuren. Da hat sich Joss Whedon wohl gedacht, das reicht. Natürlich hat er Recht, der Film spielt mehr Geld ein als gesund ist. Aber es macht mich so wütend, dass dieses Sequel derartig hingeschlampt wurde! Ich kann mich an so gut wie keine Szene dieses Films erinnern. Er ist so bedeutungslos, dass es mich erschreckt. Wenn ich dann noch die neuen Filmgebühren betrachte, die Disney für die Avengers den Kinos veranschlagt hat und deren Wiederspiegelung im Eintrittspreis….dann wird mir einfach nur schlecht.

Rating: ★★★★★★½☆☆☆ 

 

Fakten:

Regie: Joss Whedon

Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Evans, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Jeremy Renner, Mark Ruffalo, James Spader, Samuel L. Jackson, Elizabeth Olsen, Aaron Taylor-Johnson, Paul Bettany

Budget: $250Mio. 

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, Marvel.com, hdwallpapers.in

 

GD Star Rating
loading...


Hinterlasse einen Kommentar, oder nutze den trackback auf deiner Homepage.

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst dich einloggen, um einen Kommentar hinterlassen zu können.