Mad Max – Fury Road

 

Verrückte Genialität

Mad Max ist eine der größten Kultfiguren des 80er Jahre Kinos. In drei Filmen konnte sich damals Mel Gibson unter der Regie von George Miller als wortkarger Held Max in einer feindlichen Umgebung behaupten. Bereits seit 15 Jahren möchte Regisseur Miller den Streifen neu auflegen, bisher mit großen Hindernissen. Doch endlich, nach 30 Jahren Abwesenheit in den Kinos, erscheint ein neuer Teil von Mad Max mit völlig neuer Besetzung. Von den Kritikern hoch gelobt, müssen sich die Zuschauer auf einiges gefasst machen. Denn Mad Max – Fury Road ist nicht wie jeder andere Film unserer Zeit. Er hebt sich auf seine Weise vom Rest der Kinolandschaft ab, die vollkommen verrückt erscheint. Wer Mad Max verstehen möchte, muss jeden kleinen Teil seines Kopfes abschalten, der nach Normalität sucht. Denn dieser Film ist vollkommen durchgeknallt!! Das ist auch gut so, denn dadurch entblößt sich ein Meisterwerk der Filmkunst.

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Der staubige Tod

Max FightMax (Tom Hardy) lebt in einer zerstörten, post-apokalyptischen Welt. Die Menschheit hat sich gegenseitig vernichtet und alles was in den Jahrzehnten danach übrig geblieben ist, sind weite, staubige Wüsten aus Sand und Salz. Die wenigen überlebenden Menschen versammeln sich in heruntergekommenen Städten, wo letzte Hoffnungen auf Wasser oder Treibstoff bestehen. An einem dieser Orte herrscht der Warlord Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) in einer Terrorherrschaft und lässt die Menschen für sich arbeiten und leiden. Seine Anhänger beten ihn fanatisch an und sein größter Schatz sind seine fünf Frauen (u.a. Rosie Huntington-Whiteley, Zoe Kravitz), die für ihn Erben produzieren sollen. Max gerät mitten in eine Verfolgungsjagd, als er gefangen genommen und auf die Jagd mitgeschleppt wird. Eine von Joes Imperatoren, die wilde Furiosa (Charlize Theron), hat die fünf Frauen gekidnappt und ist mit ihnen auf der Flucht in ihr Heimatland. Der Warlord versammelt alle seine Untertanen und bläst zur wilden Jagd inmitten von Hitze und Staub. 

 

Max: [Narrating] My name is Max. My world is reduced to a single insitinct: survive. As the world fell it was hard to know who was more crazy. Me….or everyone else. 

 

Ein visuelles Meisterwerk

FuriosaTrotz der eigentlich sehr einfach gehaltenen Storyline ist es unheimlich schwer zu beschreiben worum es eigentlich geht. Zum einen weil es in diesem Film nun wirklich nicht so wichtig ist. Vor allem aber sind die Charakterverflechtungen kompliziert gehalten, jeder von ihnen hat klare Motive und Antrieb und entwickelt sich weiter. Selbst der fanatische Anhänger Nux (Nicholas Hoult) spielt einen wichtigen Part in all dem. Mad Max ist voll auf visuelles Spektakel ausgelegt und schert sich erst zweitrangig um Story oder Entwicklungen. Dafür klappt das trotzdem ganz gut, selbst wenn die Handlungen manchmal wirklich etwas dumm sind. Das verblasst vollkommen hinter allem anderen. Denn dieser Film ist ein Juwel des Staunens!! Wenn man es schafft, jede Form von erwarteter Normalität aus seinem Kopf zu verbannen und sich auf diese Welt einlassen kann, dann wartet ein Meisterwerk dahinter. So viel Abstruses, so viel Durchgeknalltes, die Ideen scheinen grenzenlos zu sein. Gerade wenn ich gedacht habe es geht nicht mehr verrückter, stellt sich ein Typ mit riesiger E-Gitarre auf das Dach des großen Trucks und beginnt die Fanatisten anzufeuern. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei bestimmten Riffs schießen Flammen aus dem Gitarrenkopf. Dazu hämmern im Hintergrund Drums und der Rest des wilden Soundtracks und reißt magnetisch mit. Es passiert wirklich selten, dass ich einen Film "anstaune", doch hier habe ich es getan. Als die Verfolgungsjagd in den Sandsturm hineingerät, ist mir die Kinnlade heruntergeklappt und mein ganzer Körper bestand nur noch aus Gänsehaut. Der Wahnsinn!

 

Nux (mitten im Sandsturm): Oh what a day, what a lovely day!

 

Mitreißend, Brutal, Düster

AutosJetzt kommt der witzige Part: Max selbst ist nicht die Hauptfigur. Das klingt im ersten Moment seltsam, da der ganze Film nach ihm benannt ist. Der Hauptcharakter ist die tote Welt in der die Geschichte spielt. Die Atmosphäre dieser Staublande saugt enorm ein und wird durch die entmenschlichten Charaktere, ihrem Aussehen, den vielen Details und dem krassen Überlebenskampf noch einmal verstärkt. Von der ersten Sekunde an ist man in dieser Welt und sie lässt einen nicht mehr los. Zeitweilen kommt man sich fast so verloren und aussichtslos vor wie die Charaktere, das Einfühlen in die Qual und den Kampf funktioniert hervorragend. Max selbst ist nur ein Statist, der nicht mehr als maximal fünf ganze Sätze im ganzen Film sagt und sonst nur grunzt oder verstört schaut. Er wirkt mehr wie ein Geisteskranker, der vor sich hin halluziniert und nur in äußersten Situationen funktionieren kann. Furiosa ist die eigentliche Charakterstütze des Films und trägt den Rest der Charaktere einfach mit. Man darf sich keine Illusionen machen: der Film besteht zu 70% aus Verfolgungsjagd, Action und visuellem Hochgenuss mit extrem schnell Schnitten. Wer damit nicht klar kommt, sollte nicht ins Kino gehen. Man weiß nie, wie das Ganze weitergehen wird oder auf welche verrückten Ideen Miller noch gekommen ist. 

 

Fazit

MaxDas beste Wort, um Mad Max – Fury Road zu beschreiben, ist: intensiv. Dieser Film fesselt an die Leinwand und fasziniert gleichermaßen. Er ist gnadenlos, brutal und mitreißend in einem Szenario, wie es schräger kaum sein kann. So mancher wird in der Storyline versuchen sein Heil zu suchen, aber das ist keine gute Idee. Man wird auf eine Weise mitgerissen, die die vollkommene Immersion von Zuschauer und Szenario beinhaltet. Die dystopische Gesellschaft, die tödliche, post-apokalyptische Umgebung, die entmenschlichten Fanatiker, der tyrannische Warlord uvm tragen uns in eine Welt, wie nur das Kino sie erschaffen kann. Der Kampf zwischen Menschlichkeit und fanatischer Tyrannei, zwischen Freiheit und Brutalität. Selten wurde er brillianter in Szene gesetzt als hier. Mad Max – Fury Road versprüht eine Schönheit, die nicht in Worte zu fassen ist und sich komplett in der eigenen Imagination und Gefühlswelt abspielt. Das ist allerhöchste Kinokunst! Ich muss diesen Film unbedingt noch einmal sehen.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

 

Fakten: 

Regie: George Miller

Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Rosie Huntington-Whiteley

Budget: $150Mio.

IMDB-Rating: 8,7 (Stand: 27.Mai 2015)

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, Warner Bros., adweek.com

 

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