Ant-Man

 

Klein und ein bisschen oho!

Er ist der kleinste Superheld der Comic-Geschichte. Er ist ein ursprüngliches Gründungsmitglied der Avengers. Er ist Marvels Top oder Flop Charakter. Ant-Man erobert die Kinos und bemüht sich redlich, mit seinen großen Verwandten mithalten zu können. Das erweist sich auf einigen Ebenen als nicht so leicht, auf andere Weise jedoch ist er wirklich gut dabei. Der Film macht vieles richtig, was auch bitter nötig ist, denn Ant-Man ist sowohl für ein Sequel als auch für Einsätze im dritten Captain America-Film und bei den Avengers vorgesehen. Das heißt ein Erfolg wäre dem kleinen Helden wirklich zu wünschen. Captain America konnte durch die Mitwirkung von Robert Redford an Stil gewinnen, etwas Ähnliches versucht Ant-Man auch mit Michael Douglas. Dabei ist es erstmal wichtig, Comedy-Star Paul Rudd vernünftig als Superheld einzugliedern. Alleine diese Aufgabe verlangt den Drehbuchautoren alles ab. Hat es geklappt?

klein

 

 

Kurs ist auf Rechtschaffenheit gesetzt

beideAls Scott Lang (Paul Rudd) aus dem Gefängnis in die Freiheit zurückgeht, schwört er sich eines: nie wieder in Häuser einbrechen. Der Meisterdieb verlor dadurch seine Frau (Judy Greer) und darf seine Tochter nicht sehen. Verzweifelt versucht er ein ehrliches Leben zu führen, was aufgrund seiner Vorstrafen alles andere als gut funktioniert. Nach einigen Rückschlägen wird Scott schwach und lässt sich von seinem Kumpel Luis (Michael Pena) zu einem "todsicheren" Coup überreden. Alles was Scott in diesem Haus hinter verschiedenen Safewänden allerdings findet, ist ein komischer roter Anzug. Bei einer ersten Anprobe jedoch geschieht das Unfassbare: Scott schrumpft auf die Größe einer Ameise und in seinem Kopf spricht plötzlich jemand zu ihm. Er stellt sich als Dr. Hank Pym (Michael Douglas) vor, der ihn, Scott, gerne rekrutieren möchte. Er soll der sogenannte Ant-Man werden – ein Superheld, der sich auf Ameisengröße schrumpfen und die entsprechenden Insekten kontrollieren kann. Nach einigem Sträuben (vor allem der Name macht Scott zu schaffen) lässt sich Scott schließlich überreden, in die Geheimnisse des Anzugs eingeweiht zu werden. Das ist auch bitter nötig, denn Hank läuft die Zeit davon. Sein ehemaliger Schüler Darren Cross (Corey Stoll) hat das bösartige Equivalent zum roten Anzug entwickelt: den Yellowjacket. Trainiert von Hanks Tochter Hope (Evangeline Lilly) stellt sich Scott dem Kampf – und eventuell auch einem Avenger. 

 

Ist das schon alles?

AnzugWie man an der etwas holprigen Beschreibung erkennen kann, ist die Story kein großer Sprung. Die besten Storys lassen sich leicht beschreiben, um dann im Film selbst tief weiterzuschürfen. Dies hier lässt sich nur umständlich in Worte fassen und hat die Quintessenz schon mit drin, was ziemlich schade ist. Viel Inhalt darf also nicht erwartet werden. Dafür setzt Ant-Man auf die Unterhaltungsschiene, wo er deutlich besser scheinen kann. Von allen Marvel-Filmen ist Ant-Man der lustigste. Ich habe enorm viel gelacht, was vor allem Paul Rudd geschuldet ist. Man merkt ihm seinen Ursprung im Comedy-Genre an, aber das macht überhaupt nichts, passt es doch hervorragend zum Charakter. Auch die ernsthaften Szenen meistert der Darsteller exzellent. Oder um es mal geradeheraus zu sagen: er ist das Beste an dem ganzen Film. Zusammen mit seinen beiden Co-Stars schafft es Rudd ein rundes Bild der guten Seite zu schaffen, selbst wenn wir nicht immer logisch folgen können. Das macht auch gar nichts, schließlich kann man Logik ohnehin schnell über Bord werfen. 

ScottAnt-Man hat zwei Makel, die mir beim Schauen Schwierigkeiten bereitet haben. Zum einen wäre da die Geschwindigkeit des Films. Er lässt sich sehr viel Zeit mit Scotts Entwicklung und Hintergrundgeschichte, was an sich etwas Gutes ist. Doch ist man einmal an dem Punkt angekommen, dass Scott sich seinem Schicksal ergibt, schaltet der Film auf Fast Forward und katapultiert uns zum Ende. Von jetzt auf Gleich beginnt die Action und ist auch sehr schnell wieder vorbei. Ich hätte gerne mehr von Ant-Man gesehen, so gern ich Scott auch habe. Die Pace des Films stimmt einfach nicht, es wirkt gehetzt je näher man dem Ende kommt. Problem Nummer zwei ist ähnlich: der Bösewicht suckt! Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber selbst der Red Skull aus Captain America war interessanter. Yellowjacket wird gerade mal in den letzten 15min ausgepackt, es wird ein bisschen in einem Kinderzimmer gekämpft und das war es!! Den Rest der Zeit ist es Darren Cross und sein Größenwahn, der mich nicht sonderlich beeindruckt hat.

 

Fazit

AntsAnt-Man hat mich hin und hergerissen! Einerseits liebe ich den Humor, den Charakter, das Universum etc. Andererseits möchte man manchmal schreien aufgrund der Handlungsentwicklung! Es wäre mehr möglich gewesen, es ist schade, dass dieser neue Superheld etwas schwach startet. Paul Rudd rettet viel und gibt dem Film einen Charme, der hoffentlich genug Kinogänger anziehen könnte. Was mich seltsamerweise besonders gstört hat, war der Anzug. In der Action ist das alles kein Problem, aber sobald Scott da steht und sein Visier hochklappt, sieht das echt billig aus. Wie ein Plastikkörper, der jeden Moment auseinanderfällt. Hank Pym macht zwischendurch einen Witz über die Einfachheit des Iron Man Suits, aber Fähigkeiten hin oder her, der andere sieht wenigstens richtig gut aus. Was mich zum nächsten Punkt führt, der mich etwas Murren lässt. Das Konzept von Ant-Man basiert auf dem Anzug und dem Mittel darin. Hat er es nicht, ist es nur Scott Lang, der sonst nichts kann. Tony Stark ist wenigstens ein milliardenschwerer Erfinder. Nimmt man Scott den Anzug weg, ist er einfach nichts mehr außer nem netten, lustigen Kerl. An dieser Stelle hätte der Film mehr Wert auf Scotts andere Talente legen müssen, damit er nicht als vollkommenes Weichei rüberkommt. Eine kurze Einbruchsszene in der er improvisiert reicht mir bei Weitem nicht aus.

Oh bevor ich das vergesse zu erwähnen: der Film hat einen lustigen Effekt auf mich gehabt. Ich habe etwas Interessantes über die verschiedenen Sorten von Ameisen gelernt!!

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

 

Fakten:

Regie: Peyton Reed

Darsteller: Paul Rudd, Michael Douglas, Evangeline Lilly, Michael Pena, Corey Stoll    

Budget: $130Mio.

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, marvel.com, forbes.com

 

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