Mission Impossible: Rogue Nation

 

Unmöglich ist nur eine Frage des Standpunkts

Tom Cruise steckt in tiefen Karriereschwierigkeiten seit er offensiver mit seiner Scientology Zugehörigkeit hausieren geht. Nach einigen mäßig erfolgreichen Filmen, die seine Fähigkeiten als Zugpferd in Frage gestellt haben, besinnt er sich nun auf alte Stärken. Das Mission Impossible Franchise funktioniert immer! Es ist nahezu unmöglich, viel falsch zu machen, solange die Missionen halbwegs unmöglich erscheinen und die coole Musik im Hintergrund läuft. Hat damals funktioniert und das tut es heute immer noch genauso. Die fünfte Installation kann sich über großen Erfolg freuen und räumt so den Weg frei für einen bereits angekündigten sechsten Teil. Auch die Kritiker sind begeistert von Rogue Nation – der Film hat 93% auf Rotten Tomatoes erreicht. Hat der Film all diese Lorbeeren verdient? Spüren wir das alte Agentenfieber auf der Leinwand? Größtenteils ja, aber schauen wir noch ein bisschen genauer hin.

 

Photo credit: Christian Black

 

 

Ihre Mission, sollten sie sie akzeptieren…

TAURUSEthan Hunt (Tom Cruise) ist dem Syndikat auf der Spur. Eine im Untergrund operierende Verbrecher-Organisation, die globale Ziele attackiert und die IMF zerstören will. Das gelingt schneller als erwartet, denn der ehrgeizige CIA-Direktor Hunley (Alec Baldwin) stampft die Abteilung mithilfe des Senats ein. Die verbleibenden Mitarbeiter werden in die CIA eingegliedert, was unter anderem Ethans ehemalige Kollegen Benji (Simon Pegg) und Brandt (Jeremy Renner) einschließt. Hunt selbst ist auf der Flucht vor dem Syndikat und weigert sich, hervorzukommen, bevor dieses nicht vernichtet ist. Mit der CIA im Nacken beginnt für Ethan eine weltweite Suche nach einem Gesicht, zu dem er noch keinen Namen zuordnen kann. Dabei trifft er immer wieder auf die Syndikats-Agentin Ilsa (Rebecca Ferguson), die ihm immer einen Schritt voraus scheint und mit undurchsichtigen Motiven handelt. Kann er ihr Vertrauen? Eine wilde Hetzjagd quer um die Welt beginnt.

 

Bewährtes Rezept

MI5-12282 SN02.tifAlles beim Alten möchte man sagen und liegt damit nicht fern der Wahrheit. Rogue Nation hat mehr Elemente von Phantom Protocoll als von den anderen Teilen in sich vereint und schwimmt damit in sehr sicheren Gewässern. Das ist auch gut so, denn ein Reboot hätte der Sache mehr geschadet als genutzt, selbst wenn ich persönlich das Agentenflair aus dem ersten Teil seitdem stark vermisse. Aus Mission Impossible ist nunmal ein flashiger Action Film geworden seit John Woo den zweiten Teil inszenierte. Aber das ist in Ordnung so, denn genau das wird von dieser Reihe erwartet. Ein bisschen Tarnen und Täuschen, Mind Games, viel Rums und mindestens eine unmöglich scheinende Mission. In diesen Punkten kann Rogue Nation beinahe ausschließlich positiv punkten. Es macht großen Spaß, den präzise inszenierten Action Sequenzen zuzusehen und den bekannten Helden bei der Lösung ihrer Probleme geistig zu helfen. Dass das alles ein bisschen einfacher gehalten ist als es sollte, und so manche Szene sogar nach einem Facepalm schreit, macht dabei kaum einen Unterschied. Auch die "Mind Games" zwischen Syndikat und IMF wirken etwas konstruiert und unnötig, da sie am Rande laufen. Schade finde ich zudem, dass die schönsten Actionszenen bereits im Trailer verbraten wurden. Ein paar davon hätte man dem Zuschauer als Belohnung durchaus im finalen Film erst anbieten dürfen. 

 

Irgendwas Neues dabei?

MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATIONDas ist neu an Mission Impossible: Rogue Nation: …….. Ganz genau, nämlich gar nichts. Größtenteils ist das wie gesagt gut so, doch manchmal wünscht man sich mal einen Schubs Innovation. Es muss echt nicht viel sein. Die einzige wirkliche Innovation, die ich voll und ganz unterstreichen kann, ist das Addieren einer starken weiblichen Figur. Die meisten Damen haben in Mission Impossible Filmen ähnliche Rollen wie die Bond-Girls seit Jahrzehnten: Dekoration. Umso schöner ist es, dass Rogue Nation dieses Detail anders handhabt. Rebecca Ferguson ist eine sehr willkommene Abwechslung und zeigt den Herren, wie man wirklich Agentin ist. Sie ist nicht nur cool und schlagfertig, sondern lässt sich nicht um den Finger wickeln und schreit auch nicht pausenlos um Hilfe. Sie ist eine Kämpferin, die ihre Motive im Schatten hält, und bekommt sogar ihren eigenen Bossfight! Auf so eine Figur warte ich schon seit Langem. Die besten Momente sind diejenigen, in denen Ilsa unserem Superman Hunt den Hintern retten muss – mehrmals! Erfrischend anders.

 

Fazit

Rogue Nation macht zweifellos viel richtig, indem es in bewährten Gewässern schippert und den Spaß von Phantom Protocol transportiert. Man geht mit einem sehr guten Gefühl aus dem Kino – das Geld ist der Film mehr als wert. Ich bin nebenbei gesagt dankbar, dass es hier keine unnötige 3D-Adaptierung gibt. Vor MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATIONallem gefallen hat mir das Einführen einer starken Frauen-Figur. Dennoch muss ich einige Abstriche machen, die zwar den Spaß am Film wenig trüben, mich persönlich aber genervt haben. Manche Szenen wirken einfach unnötig, als wenn sie nur des Effekts wegen existieren. Es werden unheimlich viele große Worte verloren (Marke "Die CIA und das Syndikat sind mir direkt auf den Fersen!!! Ein falscher Move und alles ist aus!!!"), aber passieren tut in dieser Richtung nicht viel. Es ist durchaus möglich mit kleineren Worten die Situation darzustellen, man muss nicht immer ins Extrem gehen. Vor allem nicht, wenn es ausschließlich Worte sind, die während des Films keine Rückendeckung bekommen. Den ganzen Film über ist Ethan Hunt der Jäger, es sieht zu keinem Zeitpunkt so aus, als wenn er wirklich in Gefahr ist. So mancher Satz wirkt gar vollkommen übertrieben dramatisch, was vielleicht sogar witzig sein soll. Bei mir kam es etwas lächerlich rüber. Ebenso nervig empfinde ich den "Fast & Furious-Effekt". Gemeint ist die Transformierung von Arbeitskollegen zu Freunden oder gar Familie. Das ist ein Agentenfilm zur Rettung der Welt!!!! Profis bei der Arbeit!!  Wie oft hier von "Freunde retten" gesprochen wird, tat mir sehr weh.

Man merkt dem Film an, dass er nicht so viel Wert auf Zusammenhänge legt, sondern vielmehr den Spaß im Kopf hat. Das klappt super, ich habe den Film genossen. Von daher trotz aller Kritik ein klarer Daumen nach oben.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

 

Fakten: 

Regie: Christopher McQuarrie

Darsteller: Tom Cruise, Jeremy Renner, Alec Baldwin, Rebecca Ferguson, Simon Pegg, Ving Rhames, Sean Harris

Kinostart: 6. August 2015

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, filmfutter.com

 

 

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