Doctor Strange

 

Stranger things have happened? Nope, denn Marvel schafft es mal wieder, noch einen draufzusetzen. Im Gegensatz zu DC Comics ist der Comic-Riese in diesem Jahr on fire und zeigt uns, wie man gute Comic-Buch Verfilmungen produziert. Nach Deadpool und Captain America: Civil War ist nun der berühmte und vielleicht mächtigste aller Helden am Start: Doctor Strange. In der Titelrolle findet sich Leinwand-Dauergast Benedict Cumberbatch und gibt uns einen tiefen Einblick in die Welt der Magie. Doctor Strange geht jedoch noch einen Schritt weiter, schafft eine Leistung, die so manchem normalen Film einfach nicht gelingen will und trifft damit das Herz jedes Kinofans, ob man das Genre mag oder nicht. Gehen wir ins Detail!

 

 

Teilzeitmagier

strange-1Er ist arrogant, egoistisch, reich, selbstverliebt, perfektionistisch und auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) interessiert sich nicht für die Belange oder Gefühle seiner Mitmenschen, solange seine Karriere oder Ziele nicht darunter leiden. Doch dann geschieht das Unfassbare – ein Autounfall zerstört die Nervenzellen seiner Hände und hinterlässt einen gebrochenen und verzweifelten Mann am Rande seiner Existenz. Nachdem er auch noch den letzten ihm zugetanen Menschen, seine "Kollegin" Christine (Rachel McAdams), vertrieben hat, klammert er sich an einen letzten Strohhalm und reist nach Nepal. Nach langer Suche findet er dort "The Ancient One" (Tilda Swinton), höchste Magierin eines uralten Ordens, der die Menschheit vor der zeitlosen Dunkelheit beschützt. Der skeptische Wissenschaftler hofft auf medizinische Heilung, sieht sich aber stattdessen mit alternativen Realitäten, spirituellen, außerkörperlichen Reisen und zeitverändernder Magie konfrontiert. Gemeinsam mit Master Mordo (Chiwetel Ejiofor) beginnt er sein Training, das alles auf den Kopf dreht, was Strange jemals geglaubt oder gewusst hat. Leider währt dieser Friede nicht lange, denn die Dunkelheit beginnt sich einen Weg zu bahnen und der Handlanger des Bösen, Kaecilius (Mads Mikkelsen), bedroht die Jahrtausende alten Schutzsiegel.    

 

 

You got Sherlocked

magicAh es gibt so viel zu erzählen! Allzu viel musste sich Benedict Cumberbatch (ich mag es diesen Namen zu schreiben…) nicht umstellen, ist Dr. Strange doch nicht so viel anders als eine erweiterte Variante seines Alter Egos Sherlock Holmes. Die gleiche Arroganz und Perfektion, ein ähnliches analytisches Gedächtnis. Nur die soziopathischen Züge gehen Strange verloren und werden durch extremen Ehrgeiz, Narzismus und eine ordentliche Portion selbstverliebten Humors ersetzt. Cumberbatch trifft den Ton des Charakters perfekt und schenkt uns einen charismatischen Mann, der eine unglaubliche Entwicklung in nur 120min durchmacht. Dieser dreiste Wissenschaftler mit dem trotzdem guten Herz wächst dem Zuschauer an sein ebensolches. Man fiebert und leidet mit, freut sich, wenn er endlich den richtigen Weg findet. Bis zu diesem Punkt vergeht allerdings eine ganze Weile, die allerdings wie im Flug vorbeigeht. Man hat kaum das Gefühl, sich hingesetzt zu haben, schon geht das Licht wieder an. Doctor Strange glänzt durch eine enorm dichte Atmosphäre und einen griffigen roten Faden, der sich keine einzige Sekunde lang in den ausufernden visuellen Effekte verliert. Eine absolute Glanzleistung!

 

 

Die Magie der Phantasie

effectsApropos visuelle Effekte: sie sind atemberaubend. Punkt. Die kreativen Köpfe hinter Doctor Strange haben vielleicht den einen oder anderen Chrostopher Nolan Film zu viel gesehen, aber das macht es nicht weniger beeindruckend. Stephen Strange ist ein Meister der Magie, der Sorcerer Supreme. Ihn und diese Welt mit sich überlappenden Realitäten und sich biegenden Städten in Szene zu setzen, erfordert präziseste Arbeit und Feinabstimmung. Das gelingt so gut, dass ich nicht nur mit offenem Mund im Kinositz saß, sondern diese Welt komplett als real hingenommen habe, ohne irgendwas zu hinterfragen. Das muss man bei meinem Kopf erstmal schaffen! All das führt zu einem Punkt, der mir sehr am Herzen liegt und den dieser Film bravurös löst. Das Kino ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Handlungselementen oder Actionszenen. Wir sind nicht nur Rezipienten der Dinge, die wir mit den Augen oder Ohren wahrnehmen können. Der Sinn eines Films ist es, das gesamte Bewusstsein gefangen zu nehmen und in eine Welt voller Phantasie und Möglichkeiten zu führen, in der jeder Mensch für sich die großartigsten Gefühle und Ideen gewinnen kann. Genau das macht Doctor Strange mit seiner magischen Atmosphäre, den perfekt designten Charakteren, dem einzuatmenden Leben zu jeder einzelnen Sekunde und diesem großartigen Gefühl, zu inspirieren. Ich bin komplett aus den Socken gepustet. 

 

 

Fazit

strange-2Bei so viel unfassbarem Blödsinn und Müll (Suicide Squad an erster Stelle!), wie dieses Jahr im Kino zu sehen war, hatte ich Schlimmstes erwartet. Umso glücklicher bin ich, dass Doctor Strange das Beste ist, was passieren konnte. Danke an die Macher, die sich so viel Mühe mit der Produktion gegeben haben und den Film zu einem Meisterwerk der Comic Verfilmungen haben werden lassen. Ich bin lange nicht mehr so inspiriert und gehypt aus dem Kino gegangen, mit diesem speziellen Grinsen, gerade etwas Besonderes gesehen zu haben. Benedict Cumberbatch ist da nur die Spitze des Eisbergs! Bitte tut mir den Gefallen und belohnt diesen Film für seine Existenz. Er repräsentiert alles, was ich an phantasievollem, spannendem, witzigen und lebendigem Kino so liebe und trifft die perfekte Balance. Es gibt nur ein Wort, um alles auf den Punkt zu bringen: brilliant! Oh Gott, ich will ihn unbedingt noch einmal sehen! JETZT!!   

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

 

Fakten:

Regie: Scott Derrickson

Darsteller: Benedict Cumberbatch, Rachel McAdams, Chiwetel Ejiofor, Tilda Swinton, Mads Mikkelsen, Benedict Wong

Budget: $165 Mio.

Rotten Tomatoes: 90% Certified Fresh

 

 

Quellen: Internet Movie Database, Box Office Mojo, Marvel.com, hdwallpapers.com, Rotten Tomatoes

 

 

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