ES

 

Habt ihr hier schon mal die Rezension eines Horror-Films gelesen? Nope, denn Horrorfilme sind definitv keine Sorte, die ich gerne oder gar häufig schaue. Doch bei "ES" war etwas anders, irgendwas zog mich magnetisch zu diesem Film und ich musste ihn einfach sehen. Vor 27 Jahren erschien das Original mit Tim Curry in der Rolle des mörderischen Clowns Pennywise. Es folgten einige halbgare Sequels, die niemals an das Original heranreichen konnten. Genau wie in der Geschichte erscheint Stephen Kings Killerclown nach 27 Jahren erneut, um die Kinder der Kleinstadt Derry zu entführen und zu terrorisieren. Macht euch auf einen Ritt der besonderen Art gefasst!

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Immer auf die Kleinen

it-movieDie Kleinstadt Derry scheint auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein. Die Menschen gehen ihrem Tagewerk nach, streiten sich, Kinder terrorisieren schwächere Kinder. Doch etwas ist anders hier, etwas stimmt nicht ganz in dieser Stadt. Keine der Familien wirkt glücklich, vom misshandelnden Vater bis hin zur psychotisch fürsorglichen Mutter. Nur auf eines können sich die sieben Kinder der "Loser" Bande verlassen: aufeinander. Seit dem spurlosen Verschwinden von Bills (Jaeden Lieberher) kleinem Bruder Georgie (Jackson Robert Scott) vor fast einem Jahr suchen die Kinder immer noch nach Spuren. Als schließlich noch mehr Kinder verschwinden, erscheinen auch ihnen plötzlich horrorhafte Gestalten, die sie terrorisieren. Immer dabei: ein Clown (Bill Skarsgard). Die Kinder fassen, den Mut den Dingen auf den Grund zu gehen und stellen sich dem Horror. Denn eines wissen sie sicher: ES lebt in der Kanalisation und will mehr Blut, bevor er wieder für 27 Jahre verschwindet. 

 

Wenn Spannung unerträglich wird

tmp_Edctrj_06ce0303fa1cd51a_MCDITIT_EC021ES Regisseur Andy Muschietti hatte eine nahezu unmögliche Aufgabe: Er musste das Original in den Schatten stellen, das absoluten Kultstatus unter Horror Fans besitzt. Hier ist der Clou: es gelingt!! Wer hätte das gedacht? Wenn es selbst einen Horrorvermeider wie mich ins Kino zieht, muss es sich um einen besonderen Film handeln. 

Aber fangen wir vorne an. Bereits von der ersten Sekunde erfasst den Zuschauer die geniale Atmosphäre bis ins tiefste Mark. Jeder weiß, worum es geht. Jeder weiß, dass Georgie es nicht schaffen wird und von einem Horrorclown entführt werden wird. Sobald der Junge mit seinem Papierboot die Straße betritt, ist er verdammt. Die düstere Stimmung, die Farblosigkeit außerhalb von Georgies knallgelber Jacke, lässt einem die Furcht kalt den Rücken runterlaufen. Und dann sieht man diese kalten Augen, das bunte Gesicht Pennywises und den unschlüssigen Georgie. Ich musste so tief schlucken, weil mich das Gefühl völlig übermannt hat. Auf diese Weise jagt einen der Film quer durch eine Mischung aus Gefühl, Gerechtigkeit und purem Horror. 

 

Eintauchen in den clownische Horror

hqdefaultDiese unglaubliche Faszination, wenn man sich selbst dabei erwischt, wie man panische Angst vor dem Clown hat, es aber gleichzeitig nicht erwarten kann, bis er sich wieder zeigt. Sich vollkommen auf diese Angst einlassend, hineintauchend und sie sich volkommen einnehmen lassend, war eines der genialsten Gefühle, die ich je im Kino erlebt habe. Dabei verliert ES auch niemals den Faden, arbeitet sich langsam und schließlich explosiv zu einem Finale der Superlative vor. War der Anfang noch vollkommen unspektakulär und in seiner Ruhe und Normalität tödlich beängstigend, so erscheint das Ende in genau gegensätzlicher Facon. Das Besondere ist der Kampf der Kinder, die Gemeinschaft und Kameradschaft, mit der sie ihre Ängste überwinden. Denn am Ende des Tages ist ES nichts anderes als eine Metapher für das Überwinden der Ängste des eigenen Lebens. Die Art wie dies hier auf die Leinwand gezaubert wird, ist phänomenal. Am Ende noch ein großes Lob an Bill Skarsgard als Pennywise. Die Art, wie er performt, ist auf eine beängstigende Weise fesselnd! 

 

Fazit

yfvrq6lqas5dp6an3mvyIhr mögt keine Horrorfilme? Besucht diesen Film! Ihr habt genug von diesen dummen Horrorstreifen, die nur der reinen Angstmache dienen? Besucht diesen Film! Endlich kommt in diesem Sommer doch noch ein Film ins Kino, der sich gelohnt hat. Ich hätte niemals gedacht, dass es ein Horrfilm sein würde! ES hat mich von vorne bis hinten begeistert und mir die Angst vor Horrorfilmen tatsächlich genommen. Ich habe den Horror regelrecht genossen, weil es einfach exakt die richtige Dosis war, exakt die richtige Weise und niemals dumm! Dass dahinter auch noch eine interessante Geschichte mit Tiefgang steckt, ist umso schöner. Es geht um Mut, um Freundschaft und Kameradschaft und um den Willen, für sich und andere gegen die Dämonen des Lebens zu kämpfen. Für mich der beste Film, den ich in diesem Sommer im Kino gesehen habe.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

 

Fakten:

Regie: Andy Muschietti

Darsteller: Bill Skarsgard, Jaeden Lieberher, Sophia Lillis, Jeremy Ray Taylor, Finn Wolfard

Budget: $35Mio.

Rotten Tomatoes: 85%

 

 

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